Die Mutter aller Bergwerke - Schwazer Silberbergwerk

29.05.2018

Bis zu 10.000 Knappen suchten und fanden vor 500 Jahren in der Stadt Schwaz in Tirol Silber und Kupfer und machten diese zur größten Bergbaumetropole der Welt.

Heute fahren Touristen und Interessierte in Schutzkleidung und unter Begleitung eines Bergwerksführers mittels Grubenbahn in diese einzigartige Welt ein.

Noch haben wir gut lachen. Samir kuschelt sich in Papas Jacke, da Haustiere aller Art normalerweise nicht in den Stollen einfahren dürfen. Er hat schon wieder nicht zugehört, jetzt muss er da durch und Frau Brigitte, unsere Bergwerksführerin drückt freundlicherweise ein Auge zu.

Als Team bustiger werden wir im ersten Wagen der Grubenbahn platziert. Ich glaube, jetzt ist mir das erste Mal so richtig bewusst, weshalb wir Taschen, Rucksäcke und sonst noch Unnötiges in den abschließbaren Kästchen in der Umkleidekabine hinterlegen sollten. Breit ist diese Bahn nicht wirklich. Von unserer Bergwerksführerin Brigitte werden wir über Sicherheitsmaßnahmen und Vorschriften informiert. Unweigerlich merke ich, wie ich mich wie ein Kartenhaus zusammenfalte. Die Beine zusammengedrückt, die Hände an den Oberkörper gepresst, den Kopf fest auf den Rumpf gezogen und ein wenig gebückt geht es los.

Das kleine Glöckchen am Beginn der Bahn bimmelt unaufhörlich fröhlich vor sich hin, während ich meine Kamera an mich presse und vor den Wassertropfen zu schützen versuche. Teilweise ist die 800 m lange Fahrt in den Berg ganz schön finster und feucht. Samir drückt sich in meinen Rücken. Wenn er weiter zittert, kann ich nicht nur die gesunde, pollenfreie Stollenluft atmen, sondern bekomme ich noch eine gratis Massage. Personen, die unter Platzangst leiden, leicht hysterisch werden, im Finstern ausrasten, Stöckelschuhe anhaben oder schlecht zu Fuß sind, empfehle ich ein kaltes Getränk im Restaurant Knappenkuchl, während der Rest der Gruppe oder Familie unterwegs ist.

Für jene, die sich aber auf eine besondere Zeitreise machen möchten, empfehle ich feste Schuhe, eventuell eine Taschenlampe und eine gebückte Haltung, zumindest im alten Teil des begehbaren Teils. Die Schutzkleidung bekommt ihr am Beginn der Führung, die Jacken sind absolut wasserfest und der Helm hält einiges aus. Für einen reibungslosen Ablauf seid bitte mindestens 15 Minuten vor Führungsbeginn vor Ort. Bitte beachtet, dass Gruppen unbedingt angemeldet und pünktlich sein müssen. Einzelgäste können in Spitzenzeiten mit Wartezeiten konfrontiert werden, dafür gibt es jedoch anschließend das Restaurant Knappenkuchl.

"Links die Bahn verlassen", ruft uns Frau Brigitte zu. Und los geht es in das Berginnere. Ich atme tief durch - ist es wegen der gesunden Luft oder zur Beruhigung. Bin mir da noch nicht so sicher, gilt die buslady als kleiner Angsthase.

Unter unvorstellbaren und fast unmenschlichen Bedingungen wurde hier bis 1999 in dem konstant 12 Grad kalten Stollen Fahlerz abgebaut.

Dennoch waren die Bergleute eine eingeschworene Gemeinschaft und hielten fest an ihrem Berufsstand fest. Nicht umsonst gab es damals die Bruderlade, das erste Krankenkassensystem für verunglückte Bergmänner. Eine faszinierende Welt, so unter der Erde.

Mit einfachen Behelfsmitteln wurde die Finsternis durchbrochen. Von Hand wurde das Erz abgetragen und gegen das Grundwasser gekämpft. In Spitzenzeiten waren 600 Wasserknechte mit dem Wasserschöpfen beschäftigt, bis 1556 das berühmte Schwazer Wasserrad unter Tage gebaut wurde. Ein wahres Wunderwerk der Technik, und noch heute ein Rätsel, wie das über 10 m hohe Wasserrad hierher kam. Das müsst ihr unbedingt gesehen haben! Daher zeige ich euch kein Foto, obwohl ich schöne hätte. Ich finde, Fotos würden hier, diesen sich vor Ort einstellenden, ehrfürchtigen "Wow-Effekt" töten.

Während wir weiter wandern, grüße ich freundlich den Hutmann und schaue einem Bergmann über die Schulter. Die Führung ist abwechslungsreich, kurzweilig und auch für Kinder geeignet. Auf Anfrage gibt es Fremdsprachenführungen für geschlossene Gruppen. Für Einzelgäste stehen Informationen in Englisch, Französisch, Italienisch und Holländisch zur Verfügung. Für Kindergruppen werden kindgerechte Themenführungen angeboten.

Eine steinerne Treppe im Bergwerk ist nur ein kleiner Teil der gesamt 154 Stufen. Beeindruckend ist jedoch, dass der Berg sich immer wieder bewegt und so in den letzten Jahren die Stufen zusammengeschoben hat. Kein Abstand gleicht dem anderen. Zum Glück gibt es ein Geländer, an das ich mich fest anklammere. Ein Erlebnis, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Frau Brigitte erklärt die damalige Welt so gut, dass ich fast spüre, wie mich ein Bergmann mit schwerem Gepäck und Lederschurz seufzend überholt. Sicher will er rasch zum Hunt, um sein Material abzuladen und gleich darauf wieder neues zu beschaffen.

Auch wir sitzen wieder in der Grubenbahn. Ich drücke mich zusammen, wie eine auszupressende Zitrone. Schon sehr schmal alles.

Die Gruppe ist mucksmäuschenstill, nur das Glöckchen bimmelt wieder seine eigene Melodie in die Stille. Die Menschen damals müssen tatsächlich klein und schlank gewesen sein. Schön, dass die Ein- bzw. die Ausfahrt uns heute noch dieses Gefühl vermittelt. Gut, dass hier noch keine breite Bahn geführt wird, sondern ein altes Kulturgut erhalten bleibt.

Das Tageslicht hat uns wieder. Wir sagen danke und machen uns weiter auf Spurensuche im sehenswerten Tirol, denn aus dem abgebauten Silber wurde Geld. Wie Münzen geprägt wurden, seht ihr in der Burg Hassegg/Münze Hall in Hall in Tirol. Nur einen Steinwurf entfernt.

Euer Team bustiger, diesmal Renate, Franz und Samir.

Weitere interessante Infos zu unserem Partner:

Busparkplatz:                            ja, kostenlos

Empfohlene Aufenthaltszeit:    ab 120 Minuten

Stufen:                                       ja, 154!

Barrierefrei:                               nein

Behinderten-WC:                      ja

Wickelraum:                              ja

Hunde:                                      nein

Gastronomie:                            ja, Knappenkuchl

Einkaufsmöglichkeit:                Souvenirladen

Eigene Schulprogramme:        ja

Fotoerlaubnis:                           ja

Hochzeitslocation:                    ja

Seminarlocation:                      nein

Kinderspielplatz:                      nein

Eigene Veranstaltungen:         ja

Fremdsprachen:                       16 auf Anfrage

Voucher:                                   ja

Schlechtwetter-Programm:      ja, auf alle Fälle

Öffnungszeiten:                        bis auf die Revision im Jänner ganzjährig

Wichtige Hinweise:                  12 Grad konstant im Bergwerk, dunkel und nass.

                                                 Gutes Schuhwerk unbedingt erforderlich.

Ermäßigungen:                        diverse auf Anfrage, auf alle Fälle unter https://cultuhr.at/ 

Interessenten aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an:

bustiger-Partner:       Schwazer Silberbergwerk

Ansprechperson:      Herr Manfred Putz und Herr Florian Ledermayer

Adresse:                    Alte Landstraße 30, 6130 Schwaz/Tirol

Telefonnummer:        05242/72372

Webseite:                  www.silberbergwerk.at 

Mailadresse:             info@silberbergwerk.at 

Zur Planung Ihrer Gruppenreise steht Ihnen jederzeit zur Verfügung:

CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs GmbH, Frau Renate, office@bustiger.euwww.bustiger.eu

Besuch von lichtkroko, Sonntag, 20.05.2018. Mit freundlicher Fotogenehmigung von unserem bustiger-Partner. Bezahlte Werbeeinschaltung. Text: Renate Stigler nach Angaben des Partners, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu 

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