Teuflisch gut auf Burg Lockenhaus

Friedlich liegt sie mitten in der Landschaft. Meine Fingernägel durchbohren den Knoblauch in meiner Hosentasche. Ob ihn die anderen Reisegäste schon riechen? Mir egal, denn sicher ist sicher.

Ich kann nicht wirklich glauben, dass Graf Dracula aus Siebenbürgen auf Burg Lockenhaus im Burgenland sein Unwesen treiben soll. Ich lächle leise in mich hinein und versuche meine Nerven zu beruhigen. Ich rede mir selbst Mut zu, in dem ich mir vehement einrede, dass die Ansage im Internet von „Dracula auf Burg Lockenhaus von Mitte bis Ende Oktober“ nur irgendein Scherzküberl geschrieben hat. Denn heute ist Nationalfeiertag, der sechsundzwanzigste Oktober, also eigentlich mitten in der Dracula-Zeit.

Gut gelaunt ist die Reisegruppe während der Besichtigung dieser faszinierenden Burg. Es scheint, als wäre ich die einzige Person mit einem mulmigen Gefühl. Oder ist es eigentlich nur die Vorfreude auf das Raubritteressen und der damit verbundene Hunger?

Zweifel steigen in mir auf, habe ich den Knoblauch doch umsonst mitgenommen? Bin ich nur ein einfacher Angsthase, der alles glaubt, was das Internet so ankündigt?

Der Blick aus dem Fenster beruhigt mich auch nicht sonderlich. Eine eigenartige Wolkenstimmung beschließt den Tag schlafen zu legen. Ich ziehe meinen Blusenkragen hoch. Nein, Graf Dracula! Mein Blut bekommst Du nicht! Und Prost! Der Bärentöter, ein herrliches Getränk zur Begrüßung, lässt einige Zweifel in das Burgverlies wandern. Ja, bitte noch ein Glas! Haha, Dracula, jetzt willst Du meinen Alkohol-Blut-Cocktail ohnehin nicht mehr.

Auch ein Teil der Reisegruppe dürfte mittlerweile zur Alkohol-Dracula-Vorkehrung übergegangen sein. Na, dann Prost.

Mein Magen knurrt, und nicht nur meiner. Wow, die nette Kellnerin bringt Platte um Platte. Doch auf die Neider ist auch nicht lange zu warten. Nicht so gierig schauen, das ist mein Abendessen!

Auch an anderen Stellen werden scharfe Geschütze aufgefahren und rasch zugegriffen…

Jeder Reiseteilnehmer entdeckt sein absolutes Lieblingsstück. Übertroffen hat sich die Küche auf Burg Lockenhaus. Und auch für unsere Vegetarier wird einiges geboten.

Der Wein fließt aus den Tonkrügen in unsere Kehlen. Längst habe ich Graf Dracula vergessen. Soll er doch hier sein. Mir egal. Ich bin zu sehr mit den Geschmackserlebnissen, die sich in meinem Munde offenbaren beschäftigt. Ha, lieber Graf Dracula, Du kannst mir nichts mehr antun! Ich fühle mich jetzt richtig stark.

Knusprig ist das Hendl, zart die Spareribs und knackig der Salat. Schmatzen ist ausdrücklich erlaubt und das Essen mit den Fingern Vorschrift.

So wie damals halt.

Aber doppelt köstlich. Nur ein Messer gibt es zur Sicherheit. Aber Freunde, seid friedlich zueinander!

Die grüne Schürze, die wir zu Beginn bekommen haben, dient als Serviette. Aber noch einfacher geht alles, sowie damals die alten Rittersleute es sicher auch gehandhabt haben…

Es ist auch ein absolutes Kompliment an die Köche, das wir gerne durch die nette Kellnerin weiterleiten.

Die Bäuche sind voll, die Gäste zufrieden. Das absolut geniale Essen, wie würde einer der TV-Starköche sagen, es war „Schmackofatz“, und der gute Wein werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Aber auch das ausgezeichnete und ideale Ambiente für ein Ritteressen und die ausgesprochen freundliche Bedienung.

Die Sonne ist mittlerweile hinter den Hügeln verschwunden, die Burg erstrahlt im Glanz der Nacht.

Über meinem Kopf schwirren Fledermäuse. Ich ziehe meinen Knoblauch aus der Tasche, lege ihn auf eine Steinstufe. Leise murmle ich, „hier Graf Dracula! Vielleicht brauchst Du ihn zum Würzen? Ich habe Dir Dein Abendessen gerettet, ehe auch die letzten Brösel verschwunden waren…

Dein voller Teller steht noch am Tisch. Mahlzeit!

Dafür lässt Du mein Blut in Ruhe. Ok?“ Ob er mich hört in seinem Sarg?

 

Am Ende des Abends habe ich gelernt, dass das Internet doch manchmal recht behält. Denn jedes Jahr spielt hier eine Theatergruppe die originale Geschichte von Vlad Dracul aus Siebenbürgen, das übersetzt der Teufel heißt, nach dem Roman von Bram Stoker. Ein grandioses Schauspiel!

Glaubt mir, denn wir haben es voriges Jahr schon gesehen ;-) Aber dennoch bin ich nicht sicher, ob Dracula nicht selbst anwesend ist. In einer Burg im Burgenland. An einem Fleckchen Erde, wo Historie, Kulinarik und das perfekte Ambiente zusammentreffen.

Und wenn ihr jetzt neugierig seid, dann kommt mit uns doch auf die Burg Lockenhaus. Egal ob nur zum historischen Besuch, um noch die weiteren kulinarischen Highlights zu erkunden, die vor lauter Begeisterung nicht mehr fotografiert wurden oder zu Graf Dracula.

Busse und Arrangements (egal ob Tagesfahrt oder auch mit Nächtigung direkt auf der Burg) stellen wir jederzeit gerne zusammen – auch im Winter.

Ein idealer Ort auch für Feiern aller Art. Und eines verspreche ich: den Knoblauch könnt ihr getrost zuhause lassen, denn es ist alles perfekt gewürzt…

 

 

Besuch von lichtkroko am Mittwoch, 26.10.2016

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

Infos für Gruppenbesuche: CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, www.bustiger.eu

Mit freundlicher Genehmigung unseres Partners Burg Lockenhaus und der Taverne Lockenhaus

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