Spaß im Schnee - Zoo Salzburg

„Wenn es draußen regnet, stürmt oder schneit, dann zieht sich der Fotograf in ein Studio zurück. Nur keinen Fuß vor die Türe. Das tut der Kamera nicht gut und dem Körper schon gar nicht.“

Dieser, mir damals schon unverständliche Ausspruch, einer meiner Fotolehrer schießt mir gerade in den Kopf, während ich meinen linken Fuß, samt Stiefel, aus dem Schneehaufen befreie. Tollpatschig war ich schon immer. Und der Haufen war ja auch so schön, gerade beim Ausstieg aus der Buslinie 25 bei der Station „Zoo Salzburg“. Und schauen ist ja bei mir nicht so groß geschrieben. Vor allem, wenn wir in den Zoo gehen. Meine zweite Hälfte verkneift sich das Lachen und fragt etwas schadenfroh und kaum ernst gemeint, „brauchst Du Hilfe?“

Die nette, junge Dame an der Kassa wünscht uns einen Winterspaß-Tag im Zoo, während mir die Schneeflocken um die Nase tanzen.

Dieser Puma erinnert mich an einen gemeinsamen Fotofreund. Der schaut auch immer so, wenn das Wetter nicht gerade sonnig und mindestens dreißig Grad warm ist.

Aber wir sind anders. Wieder einmal. Anders, wie die anderen und stolz darauf. Nachdem meine zweite Hälfte sehr wetterfest ist und ich mittlerweile auch jeder Wetterlage etwas Gutes abgewinnen kann, habe ich eigentlich eh nichts gegen einen Winterspaß im Zoo. Die Kameras leben mittlerweile auch mit uns in jedem Wetter im Freien und haben auch kein Problem damit. Glaube ich zumindest. Und für die harten Fälle gibt es Kameraverhüterlis. Natürlich selbst gebastelt.

Bin echt gespannt, wer von den rund 1.200 Wildtieren im Zoo von Salzburg seinen Spaß mit dem Schnee hat. Immerhin beherbergt der Zoo Salzburg, der sich so schön in die Landschaft am Hellbrunner Berg schmiegt, auch exotische Tiere, wie Nashorn, Roter Panda, Flamingo und Braunbären.

Nun gut, ja, die Bären, die schlafen. Warum auch nicht? Der Schneefall wird immer stärker. Also wirklich versäumen tun sie eh nichts. Aber auf der anderen Seite, so eine unberührte Schneelandschaft hat auch seinen Reiz.

Noch kein Fußabdruck zerstört die weiße Schneedecke, die sich sanft über die Wege im Zoo gelegt hat. Übrigens die Wege sind fast alle barrierefrei. Also auch Rollstuhlfahrern und Familien mit Kinderwägen oder Personen mit Rollator steht ein Besuch im Zoo nichts im Wege.

Der Schneefall lässt nach und die Sonne versucht die Wolken zu durchbrechen. In der Ferne sehen wir schon blauen Himmel. Haben wir uns auch verdient. Wir sind ja doch brav. Zumindest ich halt. Oder so.

So schön ruhig hier im Zoo. Richtig erholsam. Kein Autolärm. Keine Besucher. Winter im Zoo ist wie Kurzurlaub. Ich atme durch, ziehe die kalte Luft ein, als ein Ruf die eisige Stille durchbricht.

„Mei, du bist aber ein süßer Vielfraß!“

Mein Blutdruck steigt. Blitzartig schmilzt der Eisboden unter mir, so heiß ist mir vor Wut. So eine Frechheit, das war die Stimme meines Herren und Gebieters. Ja, stimmt ja, bin ein Vielfraß, sieht man mir auch super an. Aber bitte, jetzt und hier habe ich ausnahmsweise außer der Kamera nichts in Händen. Ich bin vielleicht ein Vielfraß, aber er ist ein Frechdachs.

Der Schneeball schmilzt in meiner Hand, ehe ich in abfeuern kann. Denn ich sehe gerade, ich war gar nicht gemeint. Ne, sondern wirklich der süße, kleine Vielfraß Logan.

 

Wir sind ja sehr Zoo-versiert. Aber ein Vielfraß, noch dazu so ein süßer, ist das erste Mal mein Fotomodel.

Mittlerweile fallen wieder ganz kleine Flocken leise auf die Erde. Romantisch. Wenn es jetzt Abend wäre, würde ich eine Fackel nehmen und durch die Landschaft stapfen. Aber es ist Vormittag. Sonntagvormittag. Eigentlich die richtige Zeit für einen Familienausflug in den Zoo.

 

Warum gehen eigentlich so wenige Menschen im Winter in den Zoo? Mit guten Schuhen, warmer Jacke, Mütze, Schal und Handschuhen ausgestattet steht doch dem Winterspaß nichts im Weg? Und Tiere im Winter im Schnee beobachten ist ein besonderes Erlebnis. Immerhin hat der Zoo Salzburg 365 Tage im Jahr geöffnet, also die Ausrede mit Schließzeiten lasse ich nicht gelten.

Die Wege sind geräumt und gestreut. Sicher muss man dennoch aufpassen, aber bitte, das muss ich auf der Straße auch.

Also dann letzter Blick aus dem Fenster, ab ins Wintergewand und raus an die frische Luft. Das tut dem Menschen gut, aber auch den Tieren. Denn auch im Winter brauchen die Tiere im Zoo die Eintrittsgelder.

Aufwärmen kann man sich zwischendurch in den Tierhäusern, wovon wir Abstand nehmen, da permanent die Kamera anläuft.

Wir nehmen lieber das Restaurant „Mahlzeit im Zoo!“ als Wärmestation. Ich habe es nur nicht ganz verstanden, denn mit einem kalten Bier war das Aufwärmen eher nicht so richtig. Aber ehrlich? Mir war auch nicht kalt. Am Wochenende gibt es hier Getränke und auch kleine Speisen, die wir später testen werden. Keine gehobene Küche, aber gut und preiswert. Unter der Woche hat der geheizte Nashornkiosk geöffnet. Und in den warmen Monaten hat dann beides geöffnet.

Gemütlich ist es hier. Upps, und Frau Holle ist munter geworden. Ein Blick aus dem Fenster lässt mich kurz zweifeln. Soll ich es lustig finden, oder?

Echt, Frau Holle leistet beste Arbeit. Das Blau vom Himmel ist hinter dicken Wolken verschwunden und auch die hügeligen Ausläufer von der Aulandschaft gegenüber sind nicht mehr da. Macht nichts, dann sehe ich das Berggesicht auch nicht mehr.

War eh so unheimlich. Übrigens, bitte, das Foto ist in keiner Weise bearbeitet. Ich traue mich nicht. Wer weiß, wer der Typ wirklich ist. Aber jetzt ist er ja hinter dicken Wolken verschwunden.

Mir fällt ein Comics auf Facebook ein, wo ein Schneeschaufler Frau Holle zu ruft, sie soll sich eine Steppdecke kaufen. Wäre jetzt von Vorteil gewesen. Sie könnte ja mal eine Werbefahrt mitfahren.

Keine Zeit zum Nachdenken, denn der Spaß beginnt. Klar, Rudolph hat ja derzeit Urlaub. Ha, und da sekkiert er mal Papa.

Auch für lustige Versteckspiele ist der Schnee genau richtig. Ich spiele gleich mit, bin ja auch ein Steinbock.

Eine Schneeballschlacht soll gut geplant sein. Vor allem mal ganz auf harmlos tun. Darf ich auch mitmachen? Hätte da noch von vorher Erfahrung im Schneeball-Bau!

So ungefähr schauen wir auch gerade aus. Nein, nur ohne Horn auf der Nase, aber so dick. Nein, bitte nicht, weil ich ein Vielfraß bin. Nur wegen der dicken Jacke! Also bitte, was denkt ihr denn?

Der Afrikateil mit großzügiger Savannenanlage und Löwenhaus ist ein richtig warmer Ort, denn der Schneefall hat auch aufgehört.

Es wird wieder schöner, die Sonne kommt auch langsam wieder hinter den Wolken hervor. Ich hoffe nur, dass der Berggeist noch lange verborgen bleibt.

140 Tierarten aus aller Welt leben auf dem rund 14 Hektar großen Gelände in naturnahen, großzügigen Anlagen. Welche wollt ihr wissen?

Tja, wisst ihr was? Dann hängt mal nicht am Computer ab, sondern macht euch fertig und ab in den Zoo Salzburg. Ein wunderschönes Fleckchen Erde am Rande der Landeshauptstadt.

Eine Jahreskarte für alle, die eine leichte Anreise haben, verleitet euch sicher auch einmal zu einem Winterspaß im Zoo. Und dann könnt ihr auch die 130 Tierarten besuchen, die ich euch nicht zeige.

Für alle anderen, die etwas weiter wohnen, sowie wir Wiener, für die gibt es die Westbahn. In rund 2 ½ Stunden seid ihr am Bahnhof in Salzburg, dann in etwa 25 Minuten mit der Linie 25… aber das wisst ihr schon. Passt nur bitte auf die Schneehaufen an der Haltestelle auf. Oder für Gruppen gibt es natürlich unsere Busse. Und Hotel und Salzburger Nockerl gleich dazu…

 

Und meinem Fotokollegen lege ich jetzt seine Lieblingsjahreszeit ans Herz. Denn im Sommer, Anfang August bis Anfang September, gibt es jeden Freitag und Samstag den Nachtzoo. Da kann er sich austoben und bei Sonnenschein und warmen Temperaturen seine Kamera bemühen. Die wird dann schon den Winterschlaf beendet haben. Sowie auch die Braunbären im Zoo Salzburg.

Einzelreisende finden weitere Infos auf der Homepage http://www.salzburg-zoo.at/

Gruppen aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an Frau Karner, jkarner@salzburg-zoo.at oder an CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu

Ideen zur Reisegestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Busparkplatz Stufen barrierefrei Behinderten-WC voucher Gastronomie Einkaufs-möglichkeit
ja nein ja k.A. auf Anfrage ja Souvenirladen

 

Sie möchten auch einen blog-Bericht und 365 Tage lang Werbung für Ihren Tourismusbetrieb? Infos bei Renate Stigler, fotografin@lichtkroko.eu

Besuch von lichtkroko, Sonntag, 15.01.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Zoo Salzburg.

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu