Silvester in Debrecen - Busfahrt von CÄSAR

„Guten Morgen zu unserer zwei Jahres-Fahrt“, so beginnt unsere Silvesterreise nach Debrecen im Jahr 2016. Und alle Fahrgäste schmunzeln, denn wir wissen ja, zu Ende geht die Reise am 02.01.2017. Also tatsächlich eine Fahrt über zwei Jahre.

Fast autoleer erscheint die Autobahn Richtung österreichisch-ungarischer Grenze in Nickelsdorf. Angenehm zu fahren ist dieser 29. Dezember 2016 und wir fahren der Sonne entgegen.

In Esztergom, der einstigen Hauptstadt Ungarns, wird der erste Halt gemacht. Nach einer Stärkung in einer Csarda besuchen wir die wohl beeindruckenste Kathedrale unserer lieben Frau und des heiligen Adalberts, dem Dom von Esztergom. Sie ist immerhin die größte Kirche Ungarns und belegt Platz 18 der größten Kirchen der Welt.

Wir riskieren einen Blick über die Donau in die Slowakei zur Schwesternstadt Sturovo.


Weiter führt der Weg entlang des Donauknies auf ungarischer Seite, vorbei an Visegrad und Szentendre wieder auf die Autobahn, die uns direkt nach Debrecen führt.

Am frühen Abend beziehen wir unser Quartier für die nächsten vier Nächte und laben uns am großen Buffet.

Zwei Stunden Fahrt liegen bereits hinter uns, als wir am 30.12. in Eger/Erlau ankommen. Doch nur kurz gehört unsere Aufmerksamkeit dieser Stadt, die unter anderem durch den Roman „Die Sterne von Eger“ des ungarischen Schriftstellers Géza Gárdonyi aus dem Jahre 1899 bekannt ist. Der Roman erzählt die Geschichten des Knaben Gergely Bornemissza und seine Heldentaten während der türkischen Belagerung der Burg Eger im Jahre 1552.

Unser Weg führt uns in Bükk-Gebirge, einem Nationalpark. Und mit der kleinen Szalajka-Eisenbahn geht es hoch hinauf ins Szalajka-Tal bis zum Schleierwasserfall. Leider hat irgendwer das ganze Wasser ausgetrunken und so gibt es nichts zu fotografieren, das hier von Interesse sein würde. Aber es empfiehlt sich auf alle Fälle ein Besuch in dieser schönen Naturlandschaft. Mit der Seele baumeln geht hier auch ohne Wasser. Und der Marsch vom leeren Wasserfall hinunter ins Tal tut uns allen gut. Übrigens gibt es in Szilvasvarad auch über sechzig Gestüte, wo Lipizzaner gezüchtet werden.

Ein Spaziergang durch den Zauberwald, geprägt von den vielen kleinen und großen Wasserstellen und den Forellenzuchtanstalten erfrischt uns richtig und gibt uns den Appetit für eine frisch gebratene Forelle. Wo sonst bekommt man diese gleich direkt aus dem Wasser auf den Teller?

Nach dem Ausflug in die Natur mit kulinarischem Ende widmen wir uns dem Erlauer Stierblut, dem Egri Bikaver. Dem wohl berühmtesten Rotwein Ungarns. Einer Legende zufolge tranken die Verteidiger Egers ihren heimatlichen Wein, um ihren Kampfeswillen und ihre Moral zu steigern. Als jedoch osmanische Belagerer die rotgefärbten Bärte der Verteidiger sahen, glaubten sie, die Erlauer hätten das Blut von Stieren getrunken, um sich deren Wildheit und Kampfesstärke anzueignen und zogen sich schließlich zurück, da sie durch diesen Eindruck demoralisiert worden waren.

Bei einer Weinverkostung im Liebfrauental gibt es insgesamt sechs verschiedene Weine zu verkosten. Bitte habt Verständnis, aber danach war das Halten der Kamera etwas schwierig. Natürlich war nur die Kälte des Abends schuld… Daher gibt es auch keine Fotos.

Gut gelaunt machen wir uns auf den Heimweg zum Hotel.

Der Silvestertag, der letzte Tag im Jahr 2016 beginnt recht früh. Immerhin steht ein Ausflug ins benachbarte Rumänien am Programm. Und nachdem wir nicht nur eine Grenze übertreten, sondern auch eine Zeitzone, heißt es früh los. Rumänien ist eine Stunde vor unserer Zeit.

Unser Ziel ist Oradea. Hier wo, Häuser im Wasser zerfließen und große Persönlichkeiten ihre Spuren hinterlassen.

 

Auch Maria Theresia war schon da. Viel hat die Stadt der damaligen Monarchie zu verdanken. Stolz präsentiert der Stadtführer, in fast perfektem Deutsch, seine Stadt. Allem voran die Kathedrale St. Maria Himmelfahrt, die Bischofskirche des römisch-katholischen Bistums Oradea Mare und die größte Barockkirche Rumäniens.

Inmitten, der am Hauptplatz frisch renovierten Häuser, steht noch der Rest vom Christkindlmarkt. Jetzt unter dem Namen Wintermarkt geführt. Und für einen Euro genießen wir einen großen Becher besten Glühweins. Es ist nämlich wirklich kalt. Der berühmte Strich vor der Temperaturanzeige lässt uns die ganzen fünf Tage nicht im Stich.

Wunderschöne Einblicke eröffnen sich uns in der sogenannten Mondkirche. Aber das besondere Geheimnis dieser faszinierenden Kirche geben wir nur bei einem persönlichen Besuch von Oradea bekannt.

Abermals faszinieren mich die Spiegelungen im Fluss Crisul Repede (deutsch Schnelle Kreisch), der hier am Rathaus vorbeifließt.

Und ich finde den Postkasten vom Christkind für 2017. Das C steht doch sicher für Christkind. Aber was bedeuten die anderen Buchstaben?

Nach österreichischer Zeit fangen unsere Mägen zu knurren an. Und wir begeben uns zum Gasthaus, wo unser Mittagessen wartet. Typisch rumänische Nationalspeisen kommen auf den Teller. Hühnersuppe mit Rahm, Sarmale mit Mamaliga und Papanasi.

Die Bäuche sind voll und die Uhr mahnt uns, sich auf den Rückweg zu machen. Kurz kommt die dumme Idee ins Rollen, wir bleiben bis Mitternacht, empfangen das neue Jahr, fahren dann nach Ungarn zurück und feiern noch einmal.

 

Nach einer Ruhephase beginnt der Silvesterabend mit Musik und Tanz. Ein mehrgängiges Abendessen wird serviert, eine Zigeunerband spielt eine Einlage und drei berühmte Operettensänger aus Ungarn geben ihr Bestes.

Bei einer Tombola kann jeder sein Glück im alten Jahr noch versuchen. Natürlich meine zweite Hälfte! Wie kann es anders sein! Der Mann hat immer Glück. Hat er doch schon mich…

… und jetzt auch noch ein Silvesterschwein…

 

3-2-1 – und ungarische Nationalhymne. Auch wir Österreicher schließen uns an. Ein rasches Prosit mit dem Sektglas in der Hand, während die andere Hand schon nach der Jacke greift. Gleich geht es los. Das große Feuerwerk vom Hotel direkt im großen Hof. Mit einem heißen Glühwein in der Hand genießen wir das Lichtspektakel.

Nun ist es da. Das neue Jahr. Nun schreiben wir 2017. Welche Überraschungen das Jahr für uns bereit hält bleibt an diesem Abend noch ein großes Geheimnis.

Ein alter Spruch besagt, alles was man am ersten Tag im neuen Jahr macht, macht man das ganze Jahr. Nun gut, somit beginnen wir mal mit Essen, also typisch ungarischer Krautsuppe und wie kann es in Debrecen anders sein? Natürlich mit Debreciner Würstel. Ich sage Euch, normal kann man mich damit um die halbe Welt jagen. Aber kosten muss ich schon. Ein Gedicht! Die haben auch wirklich nichts mit unseren Debrecinern zu tun. Ein wahrer Traum irgendwann zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens.

Bis in die späten Morgenstunden wird noch getanzt und gefeiert.

 

Dennoch findet sich unsere Gruppe schon wieder sehr früh zum Frühstück ein. Heute wird auch der Busfahrer hochleben gelassen und den Gästen werden mehrere Möglichkeiten geboten, ohne den Reisebus besteigen zu müssen. Am ersten Tag im Jahr soll jeder auf seine Rechnung kommen, auch jene, die sonst arbeiten müssen.

Somit kann jeder selbst entscheiden, wie er diesen Tag verbringt.

 

Manche denken noch über die Neujahrsvorsätze nach…

Während andere sich ins Zimmer zurückziehen um noch den Rausch auszuschlafen…

Auch einfach nur faul herumhängen ist an diesem Tag möglich. Immerhin gibt es im Hotel ein Schwimmbad und eine Sauna. Heute doch lieber Faul-Zac als Red-Zac.

 

Bei der Gymnastikstunde im Freien und auf dem Eislaufplatz in Hotelnähe tummeln sich nicht allzu viele Gäste von uns. Kein Wunder, bei – 7 Grad.

 

Die meisten ziehen doch die hotelnahe Therme vor. Immerhin gehört auch ein Eintrittsgutschein zum Package. Und wie kann das neue Jahr schöner anfangen, als im warmen Wasser, während draußen die Eisbären herumlaufen?

 

Einige Gäste nehmen die Gelegenheit wahr mit einer Stadtführerin die Schönheiten von Debrecen zu erforschen. Die Debreceni Reformatus Nagytemplon (dt. ref. Großkirche in Debrecen) gilt als Symbol des protestantischen Glaubens in Ungarn. In diesem Zusammenhang wird Debrecen auch als calvinistisches Rom tituliert.

Achja, und zwei waren mit mir trotz der eisigen Kälte im Debrecener Zoo. Aber das habt ihr euch anhand der Bilder schon sicher gedacht. Wie sollte mein Jahr besser beginnen?

 

Das letzte Frühstück ist gegessen, die Koffer sind verstaut, die Zimmerschlüssel abgegeben. Und es geht zurück nach Wien.

Ein letzter Blick auf die Hauptstadt von Budapest, heute am 02.01.2017.

So unklar wie die Aussichten auf das neue Jahr, so unklar ist auch der Blick vom Gellertberg auf die schöne Stadt. Dann schauen wir mal, was uns heuer alles erwarten wird.

 

Für Silvesterfahrten 2017 auf 2018 haben wir viele Ideen und Vorschläge.

Für Gruppen ab 20 Personen stehen wir ab sofort zur Verfügung, denn Silvester sollte früh geplant werden.

 

Fotografische Teilnahme von lichtkroko bei der Silvesterfahrt von CÄSAR/bustiger, 29.12.-02.01.2017

für das Busunternehmen CÄSAR – www.bustiger.eu

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu