Sanfter Fahrtwind - Zayataler Schienentaxi

Ein Reh äst unbekümmert weiter, ein Mäusebussard zieht unbeirrt seine Runden, ein Hase äugt neugierig herüber. Sogar die Mohnblumen zeigen sich unbeeindruckt.

Nur ein Fasan fliegt auf, als ein gemütliches Rattern über die Schienen klingt.

 „Wie ist es denn mit dem Fahrtwind?“, fragte in Mistelbach eine Dame.

Sie hat sich dann gegen den Cabriowagen und für den gedeckten Wagen entschieden. Wenn ich den Zug so zuschaue, wie er mit seinen 20 km/h gemütlich durch das obere Zayatal von Mistelbach nach Asparn an der Zaya tuckert, würde ich gerne wissen, ob sie die Entscheidung schon bereut hat.

Im Cabriowagen herrscht bei einer Außentemperatur von knapp 30 Grad ausgelassene Stimmung.

Die fröhliche Urlauberrunde war von weit angereist, um dieser atemberaubenden Zugfahrt beizuwohnen.

Hohen Besuch gab es immer wieder auf dem Zayataler Schienentaxi, seit dessen Gründung im Jahre 2012. Der Verein Neue Landesbahn kümmert sich liebevoll um die, einst wichtige Bahnstrecke Korneuburg – Hohenau, die vor 29 Jahren ihren letzten Personenzug gesehen hat.

Eine Handvoll beherzter Idealisten bemühen sich ein besonderes Kleinod am Leben zu erhalten und verleihen dem Weinviertel eine, in Österreich einzigartige Attraktion. Die Fahrplanzeiten findet ihr auf der Homepage.

Die alten Motorbahnwagen der ÖBB, einst für die Streckenwartungsarbeiten genutzt, wurden liebevoll restauriert und können heute bis zu 78 Personen regensicher transportieren. Dazu kommen bei Schönwetter noch 12 Plätze im allseits beliebten Cabriowagen.

Wenn die Kapazität es zulässt, sind Fahrräder gerne willkommen. Hunde dürfen sich ebenfalls an der Fahrt erfreuen.

Für gehschwache Personen sei gesagt, dass der Einstieg ohne Hilfe recht beschwerlich sein könnte. Rollstuhlfahrer, die nicht selbstständig einsteigen können, haben leider derzeit keine Mitfahrmöglichkeit, da die Motordraisinen aus den 50er Jahren nicht barrierefrei sind.

Für Kinder ein besonderes Highlight, fährt doch das Schienentaxi von Mistelbach bis direkt zum berühmten MAMUZ in Asparn an der Zaya.

Für Gruppen jeder Altersklasse kann der Zug nach Voranmeldung exklusiv gemietet werden. Eine Ausflugsidee wäre z.B. von Ernstbrunn mit der Weinvierteldraisine zur Zwischenstation der Draisinenalm zu radeln.

Nach ein paar Bauernspielen mit Siegerehrung, einer Wanderung mit den Alpakas, und/oder einer Stärkung…

… geht es dann in rasanter Talfahrt zum Erlebnisbahnhof Asparn an der Zaya.

Für Erwachsene lohnt sich in Asparn ein Abstecher in die, gleich an den Bahnhof angrenzende Kellergasse. Herr Franz Sarer und Herr Gerhard Ullram, ihres Zeichens begeisterte Kellergassenführer begleiten sowohl kleine, als auch große Gruppen mit unheimlich viel Liebe durch „ihre“ Kellergasse.

Kleiner Tipp für 2017: jeden 1. Samstag im Monat geht es mit dem Schienentaxi in die Kellergasse mit Kellergassenführung und Weinverkostung. Natürlich steht danach einem Heurigenbesuch nichts im Wege. Infos finden sich auf der Homepage. Eine Anmeldung ist aufgrund der großen Nachfrage unbedingt notwendig.

Zur Entspannung nach der sportlichen Leistung, egal ob mit der Draisine oder in der Kellergasse, tuckert ihr dann gemütlich mit dem Schienentaxi durch die Weinviertler Landschaft weiter nach Mistelbach.

Kinder bis 6 Jahre und Besitzer der NÖ-Card (einmalig) fahren gratis mit dem Schienentaxi.

Für Freunde der Weinvierteldraisine sei gesagt, dass es mit den

vom Schienentaxi bei den Draisinen Ermäßigung gibt. Fragt danach!

Auch in den Stand der Ehe bringen euch die gelben Waggons.

(Geburtstags-, Polterabend-, Firmen-,)Gruppen können entspannt einige Achterl mehr trinken, oder das selbst, frisch gebackene Brot aus dem Holzofen in der Kellergasse gemütlich nachhause transportieren.

Ab Wien gibt es stündlich Schnellbahn oder Eilzüge zum Bahnhof Mistelbach. Von dort sind es ca. 15 Gehminuten zum Schienentaxi-Bahnhof.

Oder ihr nehmt bei uns einen Bus, der noch viele schöne Fleckchen im Weinviertel, wie z.B. das Museumsdorf Niedersulz, anfahren kann.

Eine Ausflugsidee für spezielle (Familien)-Ausflüge, wo auch kulturinteressierte Erwachsene dabei sind, wäre z.B. Beginn des Tages mit Frühstück und klassischer Musik im Ignaz Pleyel – Museum. Weiterfahrt zur Draisinenalm mit Mittagsbüffet und Alpakawanderung. Teilstreckenfahrt mit der Weinvierteldraisine bergab nach Asparn – Einkehrschwung in der Kellergasse für die Erwachsenen, für die Kinder mit Begleitung ins MAMUZ. Rückfahrt mit dem Schienentaxi nach Mistelbach, wo der Bus wieder auf die Gruppe wartet und die Gäste sicher nachhause bringt. Fragt einfach bei CÄSAR-Bus, wir haben noch viele Ideen in „unserem Weinviertel“ vor den Toren von Wien.

Eine Frage bleibt für mich als Buslady noch offen. Wie wird denn das Schienentaxi umgedreht, denn ich stehe hier am Ende der Gleise! Für uns Busse ist die Möglichkeit auf beiden Bahnhöfen vorhanden. Aber wenn es hier keinen Kreisverkehr im Schienennetz gibt, wie soll das denn gehen? Auch die berühmte Drehscheibe, von der mein Schatz immer und überall so hin und weg ist, finde ich hier nicht. Komisch.

„Äh Hallo, sagt mal wie dreht ihr denn um, lieber Herr Fahrer?“

Meine Frage klingt dem Schienentaxi in die Weiten der Landschaft nach, denn es ist schon wieder auf der Rückfahrt nach Asparn um die letzten Ausflügler nach Asparn zu bringen bzw. noch einmal von Asparn abzuholen.

Dieses Rätsel bleibt für mich wohl bis zum nächsten Besuch ungelöst.

 

 

 

 

Interessenten aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an das Team des Zayataler Schienentaxi, Verein Neue Landesbahn, Georg Göstl-Straße 11/4, 2130  Mistelbach, info@landesbahn.at,  www.landesbahn.at 

Bus-parkplatz Stufen barrierefrei Behinderten-WC Hunde Voucher Veranstaltungen Schulprogramme Nö-Card
in Asparn ja nein nein ja ja lt. Homepage ja ja

Ideen zur Tagesgestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

 

Zur Planung Ihrer Gruppenreise steht Ihnen auch gerne CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh zur Verfügung, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu

 

Besuch von lichtkroko, Sonntag, 28.05.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von allen Beteiligten. In diesem Sinne auch Danke an alle meine Gäste, die sich für die Fotos zur Verfügung gestellt haben. Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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