Neue Wiener Architektur mit Frau Felicitas Konecny

„Als Wienerin bei einer Stadtführung teilnehmen? Geh bitte, das ist doch nur für Touristen!“ Ich schaue meiner Freundin, die nicht nur Architektin, sondern auch staatlich geprüfte Fremdenführerin ist, tief in die Augen.

„Jetzt lass Dich überraschen. Morgen Mittag beim Hotel mit dem Segelboot am Dach! Ich denke Du willst bei einer Führung auf Deutsch dabei sein? Oder lieber wenn ich auf Englisch oder Italienisch führe?“ Sie lächelt mich an und ist auch schon wieder weg.

Nun gut, auf Deutsch, sonst verstehe ich ja gar nichts. Und schon steht die freche Frau Wienerin vor einem Problem. Ein Hotel mit einem Boot am Dach?

Sicher, ich weiß doch eh wo das ist! Kein Problem, mir kann doch niemand etwas von meinem Wien erzählen.

Meister Google hat mir dann einmal verraten, dass wir so etwas in Wien wirklich haben, weiters hat er mir brav die Adresse mitgeteilt und mir auch noch die Öffi-Info zur Anreise gezeigt. Zum Glück hat er sich auch einen doofen Kommentar gespart. Höflich, so ein Blechtrottel.

Als ich dann am Treffpunkt stehe kommt der typische – da-bin-ich-schon-tausendmal-vorbei-gefahren-Moment.

Zum Glück sind schon die anderen Gäste anwesend und ich gehe in der Menge der interessierten Mitmenschen unter.

Der neue Hauptbahnhof bringt nicht nur Veränderungen für die Reisenden. Ein repräsentatives Büroviertel soll bis zu 20.000 Arbeitsplätze schaffen, südlich davon entstehen 5.000 Wohnungen an einem neuen Park. Vieles ist noch Baustelle.

Einiges ist schon verwirklicht. Ich denke an die gute alte Zeit zurück. Damals in meiner Kindheit. Jetzt, wo ich den Südbahnhof, der mittlerweile zum Wiener Hauptbahnhof gewachsen ist, noch in guter Erinnerung habe. Die alte Post, der kleine Emma-Laden, davor der Taxistandplatz und mein Bus. Der Bus meiner Ferienzeit, der uns in die weite Welt brachte.

Nun gut, weite Welt war für uns schon bis zur Stadtgrenze. Aber immerhin war es für damals aufregend genug und mit ein wenig Phantasie wurden die Erzählungen über die Ausflüge nach den Ferien zu unendlich großen Reisen für die aufmerksamen Zuhörer.

Und der alte Löwe…

Zum Glück hat ihn auch Felicitas nicht vergessen.

Im Sonnwendviertel gibt es viel zu entdecken.

Aber das solltet Ihr Euch selbst anschauen, denn hier ändert sich fast wöchentlich etwas und da wären meine Bilder nun auch schon alt.

Ein weiteres Highlight an moderner Architektur steht beim Prater. Ja, richtig beim Wiener Wurstelprater, in der Nähe des berühmten Hauses mit Bier und Stelze.

2013 wurde der Campus der WU endlich fertiggestellt. Er steht auf den Erinnerungen meiner Kindheit, denn hier war früher ein Teil der Wiener Messe. Mit dem Linienbus damals eine Weltreise zur Ferienmesse, da brauchte man danach keinen Flug mehr buchen. Am Heimweg durchforsteten wir das Werbematerial nach schönen Bildern, um damit eine Collage zu basteln und die Weltreise auf unsere ganz besondere Art anzutreten. Zeit hatten wir ja genug, während der rote Bus sich quer durch Wien schlängelte. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber für mich war es immer die längste Linie durch meine Heimatstadt. Heute fährt die U2 bis vor die Tür. Ein paar Minuten trennen Innenstadt und Campus.

Eine schöne Aussicht auf den Prater, und vor allem den Toboggan. Seht Ihr ihn rechts neben Felicitas? Wer der Toboggan ist? Ihr kennt ihn nicht? Na, dann rasch in den Prater oder googeln!

Wahnsinn, auch für uns Wiener unvorstellbar, welche Mega-Anlage hier entstanden ist. Architekturbegeisterte aus aller Welt haben hier in der Universität der Zukunft viel zu erkunden. Sechs internationale Architekturbüros haben nach Vorgaben der Universitätsleitung mit sechs Gebäudekomplexen in ihrer jeweils charakteristischen Formensprache einen Ort des Lernens und des Forschens, aber auch gleichzeitig einen Ort der Begegnung von Wissenschaft und Öffentlichkeit erschaffen.

Was sehe ich da für meine grauen Zellen?

Eine Wiener Bäckerei hat hier auch Einzug gehalten. Felicitas! Pause!

Ich bleibe aber die Einzige, die diesen Wunsch hegt und pflegt, denn die anderen Gäste ziehen schon weiter. Viel gibt es noch zu entdecken und erkunden. Auch die Innenräume bringt Felicitas den begeisterten Touristen, aber auch Wienern näher. Natürlich bitte auch den Touristinnen und Wienerinnen. Stunden könnte sie reden, und Stunden könnten alle zuhören.

Irgendwie habe ich jetzt das Gefühl, als hätte sie es erwartet. Wir kennen uns auch schon viel zulange und sind viel zu oft gemeinsam unterwegs.

„Und war der Krapfen besser als die Architektur?“

Meine Wangen werden warm, und somit außen rot. Sie hat mich erwischt. Die Hoffnung, ich würde bei der Gruppe nicht abgehen, ist wohl auch mit dem letzten Stück Krapfen gestorben.

 

Interessenten aus dem In- und Ausland wenden sich für Gruppenbuchungen direkt an Frau Felicitas Konecny, architectural tours vienna, architekturführungen in wien, Baasel Konecny Steger Williams Ges.b.R., Herrengasse 6–8/6/1/2 | 1010 Wien.  Tel. +43 (0)699 108 890 70, Mail office@atours-vienna.at

 

Bei Interesse an einem gemütlichen Transportmittel, der Sie während der Tour begleitet, gerne an CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu.

Besuch von lichtkroko, März 2016. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Frau Felicitas Konecny. Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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