Liebe zum Detail - Zagreb und ein österreichisches Hotel

„Auch wir Österreicher dürfen verreisen“, meckert ein Teilnehmer unserer Reisegruppe in seine Fototasche, nachdem wir gerade sehr unhöflich zurecht gewiesen wurden.

Nun gut, eine Handvoll Wiener Fotografen mit Anhang sind in einem öffentlichen, österreichischem Linienbus auch nicht sehr ruhig. Immerhin tauschen wir gerade unsere neuesten Erkenntnisse in der digitalen Fotowelt, die Erlebnisse der letzten Fotoreisen und den neuesten Tratsch aus. Bis Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens sind es von Wien nur knapp fünf Busstunden.

Irgendwann ist aber auch bei uns, zur Freude der anderen Reisenden, Ruhe eingekehrt und wir schaukeln gemütlich unserem Ziel entgegen.

Nach Ankunft am Busbahnhof, haben alle ihre Utensilien eingesammelt haben, und wir machen uns auf den Weg zum Hotel. Da ich die Einzige in der Runde bin, die über die besten Möglichkeiten und das Insiderwissen der Organisation aufgrund meines Busunternehmens verfügt, durfte ich neben dem schwarzen Linienbus aus Österreich und Programmvorschlägen auch das Hotel aussuchen. Und ich freue mich besonders, dass wir die nächsten zwei Nächte in einer österreichischen Hotelkette schlafen werden. Lustig schaut der Tross aus, der sich gerade durch die angehende Nacht auf das Hotel zu bewegt. Neben Koffern schleppen wir noch Fototaschen, Fotokoffer und diverses anderes Material mit. Dennoch tun die rd. 800 m vom Busbahnhof zum Hotel jetzt zu Fuß gut.

Von Weitem leuchtet schon das Schild – Arcotel Allegra, ein 4-Stern-Hotel, das nicht nur eben in österreichischer Hand ist, sondern auch in etwa in der Mitte zwischen Busbahnhof und Zentrum liegt. Die Hotelgruppe Arcotel werdet ihr im Laufe der nächsten Monate noch einige Male als Blog-Partner zu Gesicht bekommen. Hier wird Freundlichkeit, Sauberkeit, Gemütlichkeit groß geschrieben und es gibt ein faires Preis-Leistung-Verhältnis. Also bleibt dran und freut euch auf die Fortsetzung.

Wir beziehen die Zimmer. Kurz darauf ist alles verstaut und wir schieben schon die ersten Tische in der berühmten Bar zusammen. Hier darf es jetzt auch etwas lauter werden, denn so überlaufen ist das Hotel um diese Jahreszeit nicht wirklich. Da war voriges Jahr in der Adventzeit gegenüber heute wahrhaftig die Hölle los. Ihr könnt gerne nachlesen - http://www.bustiger.eu/news/auf-zeitreise-in-der-adventmarktstadt-zagreb/

Irgendwann ist auch der harte Kern streichweich und zieht sich hinter den Zimmertüren mit den beleuchteten Zimmernummern zurück. Rote Nummern zeigen mir, dass nun alle in ihre Betten fallen werden. Zufrieden wie eine Mutter, die ihre Küken behütet, mit einem gutem Gefühl im Bauch, betrete ich unser Zimmer.

Naja, vielleicht kommt das Bauchgefühl vom übermäßigen Alkoholkonsum?

Eigentlich sollte ich schlafen gehen. Bald schon ist Samstag, ein Tag, der uns fotografisch in die Details der kroatischen Hauptstadt einführen wird. Und wieder etliches Profil unsere Schuhe abradieren wird.

Sorry, Herr Einstein, aber ich kuschle lieber mit meiner zweiten Hälfte.

Die Sonne lacht in unser Zimmer und der neue Tag begrüßt uns herzlich. Übrigens ein nettes Detail befindet sich im Zimmer. Ich finde die Idee lustig, einmal etwas anderes als die Gummibärli oder Schokostückerl am Kopfpolster.

Schon beim gemütlichen Frühstück werden die neusten Objektive und Blitze aus den Taschen geholt. Von weitem höre ich schon meine Gruppe.

Rasch noch Stadtpläne ausgeteilt. Kurze Lagebesprechung und schon sind wir kleines Grüppchen mit  zweihundert Meinungen und Ideen konfrontiert. Zagreb hat auch genügend zu bieten. Da kommt jeder auf seine Rechnung. Wir splitten uns. Und so ziehen wir zu viert, gut gestärkt nach einem richtig feinen Frühstück, Richtung Zoo los.

Besonders sexy wirken Männer in Zagreb mit ihren modernen Handys. Findet ihr nicht? Erwischt, ich sehe euch lächeln!

Nach einigen Telefonaten, Fahrten mit der Straßenbahn und Blicken auf den Stadtplan sind wir am Marktplatz wieder vereint. Streetfotografie steht für uns alle am Programm, da wir einen absoluten Fan von solchen Fotos in der Runde haben. Ich betrete gerade Neuland und wage mal die ersten fotografischen Höhepunkte meiner neuen Karriere. Wenn ich kroatisch könnte, würde ich mich jetzt bedanken. Immerhin werden meine Fotoobjekte gerade frisch poliert.

Wir sitzen alle mit unseren großen Kameras mit den noch größeren Objektiven am Dolac, dem Marktplatz seit 1926, dem sogenannten Zagreber Bauch, in einem kleinen Marktcafe und beobachten das Treiben. Wir genießen die Sonne und die Ruhe. Wenn wir alle nicht so laut wären, wäre es auch schön leise. Denn der Markt ist ausgesprochen ruhig. Keine Schreierei, keine Hektik.

Den Markt gibt es hier jeden Tag, auch Sonntags können die Zagreber frisches Obst und Gemüse, aber auch Fleisch, Molkereiprodukte, Blumen uvm. erstehen.

Während wir so da sitzen, das Bier in unseren Gläsern in der Sonne glänzt und das Szenario beobachten, fasst ein Reiseteilnehmer einen schwerwiegenden Entschluss.

„Sagt mal Freunde, schaut, es ist fast 15 Uhr und der Markt sperrt zu. Schon interessant einmal die Details der Marktschließung  zu beobachten…“, er stockt in seinen Überlegungen, denn unsere Kameras fangen gerade das bevorstehende Marktende ein. Manchmal hast als Fotograf einfach keine Zeit für lange Gespräche. Nicht umsonst bin ich lichtkroko – die Jägerin des Augenblicks.

Kisten werden geschleppt…

So mancher überlegt, ob die liegen gebliebenen Lebensmittel noch brauchbar sind…

Anderen ist die Qualität nicht so wichtig…

Jedenfalls kostenlos und noch rasch vor den Müllmännern an sich genommen.

Da wird dann schon mal die letzte Orange vom Boden aufgehoben und mit dem Salat abgeputzt….

Langsam ist alles gesammelt, das noch irgendeinen Wert haben könnte. Die leeren Kisten warten auf die Verwertung…

Und während nun die Besen ihrer Arbeit nachgehen…

… überlegt mein Reiseteilnehmer laut weiter.
„Wenn wir jetzt das Ende vom Markt sehen, könnten wir morgen den Beginn sehen!“

 

Am Zagreber Eye, dem Hochhaus mitten in der Stadt mit 360° Blick über die Stadt, warten wir bei einer Runde „Mensch ärgere Dich nicht“ und Cocktails auf die berühmte blaue Stunde.

Wie Zagreb von hier oben in der blauen Stunde aussieht, kann ich euch gerne bei eurer nächsten Fotoreise nach Zagreb mit uns persönlich zeigen, denn diesmal war ich mehr vom Mond fasziniert.

Übrigens es bietet sich auch die wunderschöne, verwinkelte Altstadt für die blaue Stunde an. Vorallem liebe ich dort neben dem Kopfsteinpflaster die alten, noch funktionierenden Gaslaternen. Und in der Gasse mit den unzähligen Lokalen kehren wir gerne für eine Erfrischung ein. Und wer die vielen Stufen nicht erklimmen möchte, kann in 55 Sekunden mit der Standseilbahn zwischen Ober- und Unterstadt rauf und runter sausen.

 

Sonntagmorgen, der Wecker läutet. Ich greife mir an den Kopf, haben wir gestern wirklich ja zur Idee mit dem morgendlichen Markttreiben gesagt? Ich kann es nicht glauben. Ich denke, das viele Ozujsko, das typisch kroatische Bier muss Schuld daran haben.

Diesmal ist es echt schade, dass wir beim Frühstück die ersten Gäste sind, denn heute Morgen haben wir alle mehr Schlaf- als Fotoblick. Und dementsprechend ruhig sind wir auch.

Eine halbe Stunde später sind wir schon am Dolac und beobachten wie liebevoll die Standler mit den Lebensmitteln umgehen.

Sogar der Honig wird aufgeschichtet….

Nach unserer Morgenrunde über den Markt, einem Espresso in unserem kleinen Marktcafe und etlichen Fotos trennen wir uns wieder. Ein Teil schaut auf den Antiquitätenmarkt und fängt dort die Stimmung ein, ein Pärchen fährt heute in den Zoo, eine Dame macht die Altstadt unsicher und der Rest?

Tja, der Rest macht sich weiter auf Detailsuche in der Hauptstadt.

Immerhin gibt es hier die größte Modelleisenbahnanlage Osteuropas. Ich hatsche missmutig mit. Mein Freund und dessen Freund sind außer Rand und Band. Modelleisenbahn! Juhu!

Mein Juhu schläft noch. Genauso wie mein Geist. Nur mein Körper bewegt sich durch das Drehkreuz, steigt die paar Stufen empor und schüttelt Herrn Urbic, dem Chef, welcher sich für eine persönliche Führung für uns Zeit nimmt, freundlich die Hand.

Doch plötzlich ist auch mein Geist hellwach und alle Alarmglocken leuchten auf. So eine tolle Anlage habe ich noch nie gesehen. Hier steckt wahrhaft Liebe in jedem, noch so kleinen Detail.

Da erleichtert sich mal rasch einer und der Schneemann saust auf Skiern die Piste immer und immer hinunter.

Die Herren haben wohl andere Gedanken, als die bevorstehende, fremde Hochzeit, während das Brautauto gerade einer Panne unterliegt.

Neben den unzähligen Details, wie die Schafherde, die die Straße blockiert, die Frau, die im Telefonhäuschen stundenlang plauscht, das Auto unter der Steinlawine, die Wandergruppe im Wald, und, und, und gibt es auch große Dinge, wie diese Wendel. Aber schaut doch selbst vorbei. Infos bei uns. Je öfter man seinen Blick über die Anlage schweifen lässt, desto mehr gibt es zu entdecken.

Bald heißt es aber Abschied nehmen, wir treffen uns zum letzten gemeinsamen Mittagessen. Wir haben schon beim letzten Besuch von Zagreb ein nettes Lokal entdeckt, wo das Bestellen der Speisen auch für uns Österreicher ganz leicht ist. Warum? Na, dann kommt doch mit uns nach Zagreb, dann zeigen wir es euch.

Danach holen wir die Koffer vom Arcotel Allegra und wandern Richtung Fernbus nach Wien. Diesmal bin ich ganz sicher, dass wir keine Ermahnung erhalten, die Müdigkeit steht uns allen ins Gesicht geschrieben. Schon bald setzt sich der Bus in Bewegung und wir „fliegen“ der Heimat entgegen.

Aber schön war es wieder in unserer momentanen Lieblingsstadt Zagreb, in der es soviele Details zu entdecken gibt.

 

Und wer nun Lust auf diese Stadt hat, greift zur Tastatur und schickt uns ein Mail. Egal ob Fototour, Kulturtour, Marktliebhaber, Zoobesucher, Genießer, Adventmarktfreunde,…

 

Interessenten aus dem In- und Ausland wenden sich zur Planung Ihrer Gruppenreise an  CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu

 

Besuch von lichtkroko, Samstag, 11.03.- Sonntag, 12.03.2017. Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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