Lautloser Flügelschlag - Greifvogelzentrum Schloss Waldreichs

Mitten im Wald, in der Nähe des Stausee Ottenstein liegt etwas versteckt Schloss Waldreichs. Zwar sind die Räumlichkeiten nicht zugänglich, dennoch eröffnen sich dem neugierigen Besucher besondere Erlebnisse in der einst zu einem Wasserschloss umgebauten unregelmäßigen Vierflügelanlage mit vorgelagertem Vorwerk und Torbau.

Lediglich ein kleines, sehr liebevoll eingerichtetes Falknereimuseum, lässt dem Besucher auch einen Einblick in die Innenräume zu.

Das Gebäude steht aber nicht im Mittelpunkt meines Interesses, sondern das Nö. Falknerei- und Greivogelzentrum mit seinem Eulenpark. Gleich zu Beginn möchte ich jetzt jeden Leser/jede Leserin dieser Zeilen ersuchen, von einer Diskussion über Tierhaltung, in welcher Art und Weise, Abstand zu nehmen. Hier geht es lediglich um die Schilderung der Eindrücke eines absolut tollen Touristenhighlights.

Also konzentrieren wir uns wieder auf die Eindrücke aus der Sicht einer Touristin.

Schön gepflegt präsentiert sich die Anlage, die Tiere wirken neugierig, wenn sich jemand sachte der Voliere nähert. Wunderschön gezeichnete Augen haben mich fest im Blick.

Ehrfürchtig trete ich unweigerlich einen Schritt zurück und plötzlich hat sich mein Mut irgendwo in ein kleines Eckerl verzogen. Weder mit den Schnäbeln, noch mit den Krallen würde ich gerne näher Bekanntschaft machen. Ich bewundere jeden Falkner, der eine freundschaftliche Beziehung mit einem Greifvogel aufbaut. Ich denke da an meine Kindheit, wo ich mich zwischen meine Hasen und Meerschweinchen gekuschelt habe. Irgendwie prallen hier gerade verschiedene Welten aufeinander.

„Für den Falkner ist ein Greifvogel Jagdgefährte, Freund und Wegbegleiter. Die Falknerei ist eine Mensch—Tierbeziehung, dieses Vertrauensverhältnis macht den Freiflug des Greifvogels erst möglich“, erklärt Falknerin Monika Hiebeler ziemlich am Beginn der Flugshow.

Mir schießt wieder das Bild von den Krallen in den Kopf. Naja, ich bin mir da nicht so sicher. Sehr kuschelig wirken diese Tiere nicht auf mich. Dennoch kann ich mich der Faszination, die von ihnen ausgeht nicht entziehen.

Elegant gleiten sie durch die Lüfte. Die Thermik scheint ideal, immer höher schrauben sie sich gegen den Himmel. Schon bald habe ich sie aus den Augen verloren.

Doch die Bande zwischen Falkner und Greifvogel vermag auch keine Wolke, und auch nicht der Mann im Mond zu durchtrennen. Fast spürt der Zuschauer das Knistern des Vertrauens, das in der Luft liegt und den Vogel auch in seinen Höhen nicht aus den Augen verliert.

Ein kurzer Freundschaftsruf und schon stürzt aus heiterem Himmel das beeindruckende Tier wieder Richtung Wiese. Direkt auf die Hand des Falkners.

„Auf die Hand zurückgenommen“, erklärt Frau Hiebeler, während sich die Krallen in den festen Lederhandschuh bohren. Unweigerlich formen sich meine Finger zu einer Faust, Autsch.

Aber wo halt die Liebe hinfällt, da ist alles wieder gut, denke ich. Denn hier scheint keinen der Falkner weder die Kraft der Fänge, noch das Gewicht oder die Geschwindigkeit zu stören. Fast geschmust wird hier miteinander. Irgendwie fehlt jetzt nur das „Hallo-bin-wieder-da-Bussi“.

Viel zu schnell vergeht die Zeit. Eine Steinadler-Dame ist noch irgendwo im Himmel unterwegs. Niemand ist beunruhigt. Sie soll nur ihre Freiheit genießen, auch das gehört zur Falknerei, einfach einmal Vertrauen zu haben. Vertrauen, dass die Tiere wieder zurückkehren.

Ob sie da oben ihre Kreise zieht und sich denkt, welche komischen Gestalten da unten wohl sitzen? Ich muss grinsen.

Für Gelächter sorgen noch die Mönchsgeier, die wie kleine Hunde zu betteln scheinen. Ob Frauerl noch ein kleines Leckerli hat?

Auch die Hof- und Jagdmusik des Salzburger Landesfalkenhofes der Burg Hohenwerfen, welche an einigen Terminen anläßlich Sonderveranstaltungen wie Muttertag oder Pfingsten hier ein Stelldichein gibt, spielt die letzten Takte.

Applaus für die Infos. Applaus für die Flugshow. Applaus für die Musik. Tobender Applaus für Tier und Mensch. Unsere Gruppe ist hellauf begeistert.

Persönlich. Nett. Freundlich. Gut erklärt. Bezaubernd. Faszinierend. Sauber. Liebevoll. Interessant. Beeindruckend. Worte der Begeisterung werden uns bis Wien begleiten.

Eine letzte Runde drehen wir durch den Eulenpark. Hier geht es ruhig zu. Hier wird untertags gerastet und geruht, um nächtens mit leisen Flügelschlägen auf Beutezug zu fliegen.

Doch ein paar Volieren weiter reisst jemand seinen Schnabel ganz schön weit auf!

Grüßt er uns? Will er, dass wir gehen? Oder möchte auch er ein Leckerli? Oder doch nur eine Runde fliegen? Oder ist er gar der Nachtwächter der Eulen? Oder schreit der die Mittagspause ein?

Wir wissen es nicht. Wir können nur raten.

Aber auch wir „reißen jetzt den Schnabel auf“, denn das Mittagessen steht im Schlossstüberl bereits am Tisch. Der Duft legt sich behutsam über das Schloss, dessen Bewohner und Freunde. Herrlich speisen kann man hier in netter Umgebung. Hier wird noch frisch gekocht und zu fairen Preisen der hungrige Besucher verwöhnt. Natürlich gibt es auch den berühmten Waldviertler Karpfen und die flaumigsten Mohnnudeln zwischen Wien und hier.

Danke, schön war es. Und wir können Schloss Waldreichs mit seinen Tieren, Menschen und der Küche im Stüberl nur jeder interessierten Person ans Herz legen. Gerne auch mit Kindern. Hier kann viel erlebt und gelernt werden. Nicht nur über die Greifvögel, sondern auch über eine ganz besondere Mensch-Tier-Beziehung. Und mit der NÖ-Card gibt es gratis Eintritt, für die Flugshow sind dann ein paar Euros zu berappen.

Für Fotofreunde ist die Flugshow eine besondere Herausforderung und auf Anfrage gibt es für Kleingruppen ein spezielles Fotopaket (buchbar bei CÄSAR)

Übrigens Saisonstart ist am 20.04.2017 – wer noch Busse und die Programmorganisation für geschlossene Gruppen braucht, kann sich gerne an uns wenden. Für ausländische Gruppen gibt es im Waldviertel noch eine Menge an Ausflugsideen, aber auch Unterkünfte.

 

Interessenten aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an

Elisabeth Hollerer, NÖ FALKNEREI- & GREIFVOGELZENTRUM, Eulenpark  & Jagdfalkenhof Adresse: Schloß Waldreichs, Waldreichs 1, 3594 Franzen, Tel: 02988/20 060, waldreichs@greifvogelzentrum.at, www.greifvogelzentrum.at

 

Ideen zur Tagesgestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Zur Planung Ihrer Gruppenreise - CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu

 

Besuch von lichtkroko, diverse Termine. Mit freundlicher Fotogenehmigung vom Nö. Falknerei- & Greifvogelzentrum.

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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