Kaiserlicher Punsch in der Bibliothek - Schloss Eckartsau

Erinnert ihr Euch an meinen Besuch von Schloss Eckartsau und dem folgenden Blogbericht von Sonntag, 22.08.2016? Wenn nicht, dann rasch nachlesen.

Nun gut, damals habe ich ja festgestellt, dass ich wieder kommen kann. Damals war es ein „ich kann“ und heute ist ein „ich komme!“

Natürlich komme ich nicht alleine. Neben meiner, mir anvertrauten Hälfte, hat sich noch eine ganze Reisegruppe angeschlossen. Und so hält auch schon mein Kollege mit seiner, liebevoll Hexe genannten Blechkutsche am Parkplatz vor dem Eingang zum Schloss.

Wie auch schon gut vier Monate zuvor, taucht Wettergott Petrus die Szenerie ins rechte Licht. Abermals düstere Wolken über Schloss Eckartsau.

Doch heute habe ich den Vorteil, die bedrückende Stimmung richtig zu deuten. Außerdem freue ich mich jetzt gleich auf ein Häferl Punsch am festlichen Weihnachtsmarkt.

Tja, Frau sollte nicht immer ihren eigenen Gedanken freien Lauf lassen, wenn andere Personen den Tagesablauf fest im Griff haben.

Anstatt wärmenden Punsch an diesem windigen Tag, gibt es vorerst eine weihnachtliche Schlossführung. Und wie schon damals, erleben wir eine herzerwärmende Führung.

Die Skepsis meiner Gruppe, die Stufen in sehr gehobenem Alter nicht mehr richtig erklimmen zu können, ist gleich verstreut. Wenn wir alle zusammen helfen, langsam empor gleiten, dann sind die Stufen der ausladenden Treppe gleich bezwungen.

Und schon geht mein Herz wieder auf. Abermals stehe ich wohl im schönsten Raum von Schloss Eckartsau.

Ehrfurchtsvoll versuche ich diesen geschichtsträchtigen Füller einzufangen. Nur nicht zu nahe kommen, und schon gar nicht angreifen. Eine fotografische Herausforderung, aber damit unterzeichnete Kaiser Karl 1918 den Verzicht auf die Regierungsgeschäfte.

Das wäre so, wie wenn ich auf die Geschäftsführung bei CÄSAR-Bus/bustiger verzichten würde. So stelle ich mir es halt mal vor. Nur würde niemand der Kuli interessieren…

Weiter geht es.

Naja, also aus dem neuesten Modekatalog scheinen die Gewänder nicht entsprungen zu sein…
Aber wir befinden uns ja auch fast 100 Jahre zurück.

Einhundert Jahre. Eine Zahl, die kaum vorstellbar ist. Es klingt soweit weg. Aber wenn ich jetzt bedenke, dass einige unserer Gäste nur noch ein paar Hände voll Lebensjahre auf dieses Jubiläum fehlen… Nein, ich höre auf zu denken und muss lachen.

Hätte ich meiner zweiten Hälfte irgendwie sagen sollen, dass der Kamin kein Feuer speit? Auch wenn es noch so verlockend ist, denn die Kälte hat die altehrwürdigen Gemäuer tatsächlich fest im Griff. Ich schmunzle weiter – hinter der Kamera geht es ja leicht, ohne böse Worte zu ernten.

In der Bibliothek scheint es, als ob tatsächlich die kaiserliche Familie gerade alles für das bevorstehende Weihnachtsfest vorbereitet hätte. Oder eigentlich die Dienerschaft vorbereitet hat. Das letzte Weihnachtsfest 1918 für Kaiser Karl I. und seine Familie.

Kaum vorstellbar, dass sich die Kinder damals über die Kleinigkeiten gefreut haben. Heute geht doch kaum etwas unter Computer, Laptop, Handy oder zumindest Playstation.

Wir bekommen ein Häferl vorzüglichen Punsch serviert. Langsam spüre auch ich die Kälte des Schlosses an mir knabbern. Da tut ein Schluck heißer, hausgemachter Punsch wirklich gut. Und ein Stück Lebkuchen muss auch noch in meinem Mund verschwinden.

Als kleines Weihnachtspräsent dürfen wir uns ein handgerolltes Stück Papier mitnehmen – ein kaiserliches Rezept. Eine ganz tolle Idee.

Ich finde überhaupt, dass in Schloss Eckartsau viel Liebe ins Detail gesteckt wird. Die Damen und wahrscheinlich auch wenige Herren lassen sich ständig neues einfallen, das die Besucher fasziniert und begeistert. Auch bei meinem, nun mehr schon dritten Besuch in diesem Jahr, gibt es immer wieder kleine Überraschungen zu entdecken.

Ein Blick in das prunkvolle, barocke, große Stiegenhaus mit Stuckrelief zum Thema Jagd. Heute mit feinem Kunsthandwerk und hervorragendem Blütenhonig. Liebevoll präsentiert anlässlich des floralen Adventmarktes.

Der Rundgang findet ein Ende und wir genießen, den noch ruhigen Adventmarkt. Ein wirklich imposantes Ambiente für einen kleinen, aber sehr hochwertigen Weihnachtsmarkt. Ein richtiger Rückzugsort in der hektischen Adventzeit.

Was es alles gibt, wollt ihr wissen? Sorry, aber da müsst ihr 2017 schon selbst vorbeischauen, denn meine, von den guten Keks schokoverschmierten Finger nehme ich jetzt von der Tastatur und erwärme sie an einem Häferl frischen Tee mit bestem Blütenhonig…

Langsam heißt es Abschied nehmen. Der Bus wartet auf uns. Mit einer Menge an Eindrücken, einem vollen Bauch, feinsten Sachen in der Tasche und einem leichten Schwips wandern wir mit der Gruppe Richtung Bus.

Wie schon damals, ein letzter Blick auf Schloss Eckartsau. Aber wie schon damals, auch wieder mit dem Wissen, ich kann wieder kommen. Nein, diesmal ganz sicher: ich werde wieder kommen.

Und fällt euch etwas auf? Genau, die Wolken haben sich auch schon verzogen…

Na, dann gute Nacht.

Erst ein paar Wochen später soll ich erfahren, dass das Schloss eine herrliche Filmkulisse für den zweiteiligen Spielfilm „Das Sacher. In bester Gesellschaft“ war. Wer den Film im ORF nicht gesehen hat, hat eine neue Chance: ZDF, 16.01.2017 um 20.15. Oder er kauft sich die DVD.

Wer nun Lust und Laune hat mit seiner Gruppe das Schloss Eckartsau zu besuchen, findet Programmideen auf unserer Homepage www.bustiger.eu

Natürlich sind auch Einzelgäste jederzeit von den Damen vor Ort herzlich willkommen.

Besuch von lichtkroko am Sonntag, 11.12.2016

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

Infos für Gruppenbesuche: CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, www.bustiger.eu

Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung Schloss Eckartsau