Im Schokoladenhimmel - Hauswirth Konditor

Es ist ein eisiger Tag in diesem Jänner. Das Wetter präsentiert sich grau in grau, sowie die letzten Tage auch schon. Die Stimmung liegt am Boden. Eigentlich wäre es ein Tag, an dem man die Vorhänge wieder zu zieht, sich im Bett umdreht und wartet, bis irgendjemand „die Sonne ist da!“ ruft.

Ich überlege, wo ich mein Auto parken soll. Es ist überall Schnee und Eis. Verdammt, was mache ich auch an diesem Vormittag hier im Niemandsland? Eine gute Autostunde von Wien weg und ich habe das Gefühl in der russischen Tundra zu stehen.

Die Jacke fest verschlossen, den Schal außen um den Hals gewickelt, mit Handschuhen und Kapuze bekleidet, mache ich mich auf dem Weg zur Glastür. Die Glastür, hinter der eine neue Welt beginnen wird. Doch davon weiß ich noch nichts.

Kurz darauf führt mich Herr Juhasz wieder in die Kälte, nicht lange, nur kurz mal über dem Hof. Hinein in die Schoko-Csarda. Bei dem Wort Schoko ist mir schon eine Spur wärmer. Wirkt ja schon.

Es begann alles im Jahre 1949. Ich falle aus allen Wolken, als ich in dem Einführungsfilm höre, dass der Großvater damals in einem Keller mit der Erzeugung von Schokofiguren begonnen hat. Kinder, die Gasse ist mal einen Handwurf von mir zuhause entfernt. Langsam wird es interessant.

Anfang der 60er Jahre wurde der Betrieb aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Kittsee ins Burgenland, dem Heimatort des Firmengründers, verlegt. Und hier steht sie bis heute und verwöhnt so Naschkatzen wie mich!

Nicht nur ich darf nun in die laufende Produktion einen Blick werfen. Jeder ist herzlich willkommen. Natürlich aber aufgrund der Lebensmittelgesetze durch Glasscheiben getrennt. Sauberkeit, Hygiene und beste Zutaten sind hier oberstes Gebot.

Die Führungen gibt es in Deutsch, Ungarisch und Slowakisch. Hunde dürfen leider nicht hinein und Rollstuhlfahrer dürfen gerne den Film anschauen und den Shop besuchen. Natürlich auch verkosten.Ein Behinderten-WC steht zur Verfügung.

Uj, ich werde rot! Hilfe, da liegen doch kleine Nackerpatzerl. Sowas. Der Osterhase im Adamskostüm. Gschamig ist der nicht wirklich.

He, kleiner Wicht, zieh dir doch rasch was an. Wenn dich die Kinder so sehen!

Gott-sei-dank wartet schon der „Kleiderkasten“ auf das Osterhasi. Ich beruhige mich. Dann wird er ja bald ausgehtauglich!

Trotz der, in den letzten Jahren eingesetzten Automatisierung, geht nicht alles ohne Menschen. Und so arbeiten hier noch an die 130 Personen. In Spitzenzeiten sogar mehr.

Ein sanftes Streicheln des Hasis, damit die Etikette brav sitzt und ab in den Hasenbau. Wenn genug Kartons fertig sind, geht Hasi mit seinen Hasenfreunden auf die große Reise. Exportiert wird an Supermärkte und Handelsketten im In- und Ausland. Ein großer Verkaufsraum lädt gleich hier vor Ort zum süßen Einkauf.

Weiter geht die Reise. Am meisten fasziniert die Abteilung, wo die Rohkost entsteht. Hier wird noch wirklich viel Hand angelegt. Kaum zu glauben, welche Handgriffe notwendig sind, bis ich ein Stück in den Mund stecken kann.

Doch wir kümmern uns nochmals um die Hasenfamilie. Vater und Mutter, Onkel und Tante haben wir schon gesehen, nun besuchen wir noch den Kinder-Hasenstall. Immerhin steht Ostern vor der Tür und die Produktion beginnt.

Huch, die sind ja auch nackt…

… eine Mitarbeiter, die sogenannte Kindergartentante, legt die kleinen Racker behutsam in die Maschine. Spaß macht ihr die Arbeit, sagt sie mir später. Lustig ist es. Und die Hohlfiguren, die hier maximal acht Zentimeter sein dürfen, ändern sich immer wieder. Sie zeigt mir eine kleine Auswahl:

Gut, ich zeige euch jetzt nicht alle, sonst habt ihr ja keine Lust mehr, selbst die Führung mitzuerleben. Natürlich gibt es noch ganz andere Saison-Schoko-Hohlfiguren.

Nach dem Einlegen, werden die kleinen Haserl in ihr Gewand gesteckt und dürfen auf die große Rutsche – das ist eine Freude.

Seht ihr ihn auf der rechten Seite, wie er kommt?

Nun gut, das Schwimmbad ist es nicht, aber der Hasenstall, der sich dann auf den Export vorbereitet.

Wir ziehen weiter. Noch viel gibt es zu sehen und zu hören, über die Schokofabrik in der Nähe von Wien. „Gut gelegen sind sie jetzt, seit es die Autobahn gibt. Aus dem einst vergessenen Winkel von Ostösterreich sind sie ins Dreieck Österreich-Ungarn-Slowakei gerutscht. Neue Märkte haben sich aufgetan und neue Ideen wurden geboren“, erzählt mein Begleiter.

Nur noch beiläufig lausche ich den Infos, die mir Herr Juhasz noch auf dem Weg mit gibt. Meine Finger stecken mitten in der Schokobananenschachtel und transportieren diese, wie die Hasen am Fließband, in meinem Mund.

Plötzlich ist Eis und Schnee vergessen, die Sonne lacht am Schokoladenhimmel. Ja, genau, die Sonne! Die mir gerade angebotenen schokolierten Kaffeebohnen ähneln doch der Sonne sehr.

„Ein Stück Rohkost?“, und schon steckt sie in meinem Mund, während meine Augen schon mit dem Maroni-Konfekt liebäugeln.

Die Maroni ist noch nicht geschluckt, ist schon ein Stück von…

… auf dem Weg zu mir.

Und wenn ihr jetzt glaubt, ich wäre wirklich eine Naschkatze, liegt ihr verdammt falsch. Ich bin doch nur die Arme, die hier für ihre Leser alles kosten muss! Bisschen Mitleid wäre jetzt wohl zuviel verlangt, oder?

Mir werden noch andere Köstlichkeiten angeboten, die ich nicht alle beschreiben möchte. Ich sage euch eines, ihr könnt jetzt bei uns eine Gruppenreise buchen, die in diese Richtung geht. Kombinierbar ist der Schokoladenhimmel gut mit z.b. Bratislava, Neusiedlersee, Marchfeldschlössern, Mosonmagyarovar, aber auch mit der Marillenregion Kittsee, … Ideen bringen wir euch gerne.

Ideal ist der Schokoladenhimmel als Zwischenstopp. Der Busfahrer leistet dem Gesetz genüge (die gesetzlichen 45 Minuten reichen für Besichtigung, Verkostung und Einkauf auch schon aus!) und ihr könnt nach Herzenslust wirklich günstig einkaufen. Und Schoki geht doch immer, oder?

Im Schokoladenhimmel könnt ihr noch eine Firma bei laufendem Betrieb besichtigen, einen kleinen Film sehen, saubere Toiletten, auch ein Behinderten-WC benutzen. Und?

Ja, was und? Und natürlich gleich ab Werk günstig einkaufen und auch verkosten! Natürlich nicht soviel wie ich, denn wir möchten euch das nicht zu muten. Glaubt mir, es war schon sehr, sehr anstrengend ;-)

Aber für absolute Naschkatzen ist es das Paradies schlecht hin – und während ich mir das denke, lassen noch ein paar Schokobananen ihr Leben.

Die Tür muss mir aufgehalten werden, während ich meine Einkäufe zum Auto schleppe. Und die Schoko-Bären winken mir nach! Bis zum nächsten Mal! Dann seid auch ihr dran!

 

Für Betriebsbesichtigungen und Direkteinkauf:

Gruppen aus dem In- und Ausland wenden sich an CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu

oder an Herrn Herr Ladislav Juhász von Hauswirth Konditor, +43 (0) 2143 2351 – 22 (Spricht Deutsch, Ungarisch, Slowakisch)

Busparkplatz Einkaufsmöglichkeit Stufen barrierefrei Behinderten-WC Hunde Fremdsprachen
ja eigene Produkte ab Werk ja nein ja nein slowakisch, ungarisch

Ideen zur Tagesgestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Wer jetzt Lust auf Schoki hat, kann im Online-Shop gemütlich bestellen: https://www.schokolade-online.eu/

Besuch von lichtkroko, Dienstag, 25.01.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Hauswirth Konditor. Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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