Gold der Maya - Zotter Schokolade

Na, geh bitte! Ich könnte aus der Haut fahren. Frau sollte nicht mit schokoladeverschmierten Fingern etwas in der Handtasche suchen. Gut, bei mir ist es keine Handtasche, dafür eine sündteure Kameratasche. Wie patschert kann ich denn wieder sein?

Mein Lenker neben mir grinst mich an, „na, kleine süße Schokomaus? Zu faul zum Hände waschen?“

Ich schaue aus dem Busfenster, verschlucke meine freche Antwort. Er weiß aber hoffentlich schon, dass ich die Chefin bin?

Still liegt er da, der kleine See, in dem sich die Riegersburg spiegelt. Ich versuche mich zu beruhigen und abzulenken.

Vor einigen Stunden, als meine Tasche noch sauber war, haben wir hier mit unserer Reisegruppe im Seehaus gemütlich und ausgezeichnet zu Mittag gegessen. Danach sind wir gut gelaunt die paar Kilometer zu Zotter Schokolade und dem Essbaren Tiergarten aufgebrochen. Die Riegersburg behielt uns dabei ständig fest im Blick.

Sogar aus dem Essbaren Tiergarten trüben nur ein paar Wolken den Blick auf die mächtige Burg. Hier gibt es neben einer Hexenausstellung – böse Zungen behaupten, ich sollte mich für die Saison anstellen lassen - auch eine Greifvogelschau.

Aber gehen wir zurück nach Bergl in der Südoststeiermark, an jenen Ort wo mein persönliches Schoko-Schicksal seinen Lauf nahm.

Josef Zotter begann 1999 im ehemaligen Stall am elterlichen Hof Schokolade zu produzieren. Leider durften wir Herrn Zotter nicht selbst kennenlernen, aber schon in den beiden Einstiegsfilmen kommt er absolut sympathisch, bodenständig und ein wenig verrückt rüber. Nicht schlecht verrückt, um Himmels willen, sondern innovativ verrückt! Seine Ideen sind grandios. Permanent schwingt ein Hauch Humor mit. Ich habe das Gefühl, als wäre hier das berühmte Kind im großen Manne im wahrsten Sinne des Wortes stecken geblieben. Der Schalk schaut wirklich aus seinen Augen.

Ich, die selbst Unternehmerin bin, bewundere seine Offenheit und Transparenz. Er macht auch keinen Hehl aus seinen geschäftlichen Fehltritten und präsentiert ruhig und sachlich seine Firma. Nebenbei erwähnt er richtig beiläufig, dass er eigentlich an der Spitze der weltbesten Schokoladenhersteller rangiert. Der innovativste und kreativste Chocolatier ist er bei Weitem.

Zotter Schokolade, ein Familienbetrieb genauso, wie, die ein paar Kilometer weiter entfernte Vulcano-Schinkenwelt.

Ich liebe solche Vorzeigebetriebe, die einst klein begonnen haben und sich mit Fleiß, Ausdauer, guten Ideen und solidem Handwerk an die Weltspitze arbeiten. In diese Runde gehört auch die Hofkäserei Deutschmann, die rund eine Stunde von hier entfernt liegt. Es gibt sicher noch viele solche Betriebe in Österreich, der erste Busblog Österreichs arbeitet daran, diese nach und nach aufzuspüren.

Kommen wir wieder zurück zum Grund meiner schokoverschmierten Finger. Übrigens, habe gerade in der Spiegelung der Busscheibe mit Schrecken festgestellt, dass man mir meinen Schoko-Fehltritt auch im Gesicht ansieht. Während ihr jetzt weiterlest, verwische ich mal alle Spuren.

Der Kinoraum ist urgemütlich, weich gefüllte, ausrangierte Kakao-Säcke dienen als Polster, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind….

Normalerweise wäre Mann, aber auch Frau hier noch gerne liegen geblieben, aber nach den Filmen geht es ab in die Welt der tausend Kalorien, auf zur Entstehungsgeschichte von der Bohne bis zur fertigen Tafel.

Jeder Besucher schnappt sich einen lustigen Kost-Löffel und schon geht es über Stufen hinab ins Reich der Schoko-Sünden.

Zu Kosten gibt es hier fast alles. Begonnen wird mit dem Rohstoff, der Kakaobohne, aufgehört wird am Running Chocolate. So ähnlich wie Running Sushi, es gibt immerhin auch Sorten mit Chili, Basmati-Reis mit Safran und kandierten Ingwer.

Einige Stationen bieten das Gold der Mayas in flüssiger Form. Aussuchen, Löffel drunter,

ziehen, loslassen und abschlecken.

Wenn möglich, nicht vor lauter Gier den Löffel verschlucken! Den brauchen wir noch!

Kinder, ich habe ein Problem. Ich liebe meine Jobs, das Busunternehmen, die Berufsfotografie und die Schreiberei. Normalerweise. Genau, normalerweise. Heute ist es aber Schwachsinn. Während meine Gäste sich den Bauch mit Schoko füllen, die ur Hetz haben, habe ich alle Hände voll zu tun. Nein, leider nicht mit dem Befüllen meines Löffels, wie meine Kunden…

Da passt aber nicht mehr viel drauf, oder? Na, dann rasch die Glühbirnchen wieder runter naschen!

Nein, genau in diesem Moment hasse ich meine Jobvielfalt, denn mein Löffel schläft tief und fest in meiner Hosentasche. Fotografieren, die lustigsten Momente einfangen, die schönsten Fotos für den Blog-Bericht knipsen, all das passt mit Verkostungslöffel und Genießen nicht zusammen.

Lange kann ich mir nicht selbst leid tun, zieht doch meine Gruppe weiter und ich dränge mich wieder mal an die Spitze.

Das Gefühl muss der Dame Berge geben. Mit dem Löffel in der Hand, der Schoki am Gaumen den Partner mal kurz anrufen und ins Telefon sabbern: „Schatzi, ich futtere gerade ein Stück Schoki für dich, deine Kollegen, unsere Nachbarn, die Verwandtschaft, und ja, ja, eigentlich auch für alle Einwohner von Wien!“

Noch mehr Genuss versprüht eine der drei Genusstouren, wo es neben dem schwarzen Gold in veredelter Form weitere Schmankerl aus dem Essbaren Tiergarten gibt. Mehr Infos bei uns oder direkt bei Zotter. Aber eines seid euch sicher, wenn ich euch dann mit Kamera begleiten soll, machen wir zwei Durchgänge. Einen mit Fotos und einen mit mir!

Ausgeträumt, die Arbeit geht weiter. Nur rasch habe ich zwischendurch mal ein paar Stücke der Labooko-Knackerei in mich geworfen. Mein Schweinehund will gefüttert werden – schaut mich nicht so an, ich bin unschuldig.

Er hat gerade die gleiche Sorte gekostet wie ich und bringt auch meine Meinung mit aufs Bild. Wer sich neben den Verkostungsstationen für den Produktionsweg interessiert, für den stehen kostenlose Audioguides in 9 Sprachen zur Verfügung.

Über die Lollytop-Himmelstreppe geht es zur kleinsten Gondelbahn der Welt.

Da schwebt sie an mir vorbei! Meine Trinkschokolade! Ihr meint, Götterdrink ist etwas hochgegriffen? Ne, eigentlich hängen die Gondeln in Augenhöhe, ist nicht so ein Problem. Ihr müsst hier nur zugreifen, die Trinkschoki in fester Form herunternehmen und zur Theke wandern.

Die freundlichen Zotter-Mitarbeiter übergeben euch ein Glas heiße Milch und einen kleinen Schneebesen. Wenn ihr euch nicht traut, dann lassen sie für euch das Trinkschokoladestückchen in die Milch gleiten. Zwei Minuten dauert es, bis die Schoki zart geschmolzen ist und darauf wartet, mit dem Schneebesen verrührt zu werden.

Dann heißt es einfach nur noch genießen…

…die Trinkschoki, die Aussicht auf den Essbaren Tiergarten und in die Weite der Südoststeiermark.

Ich lasse mich fallen, nein, nicht wirklich, sondern nur gedanklich. Bin ich wirklich nur zum Arbeiten hier? Glaube kaum. Also dann schnell mein gerettetes Schokistück in die Milch fallen lassen, zwei Minuten warten und … diese Glückseligkeit kann ich nicht in Worte fassen.

Ich phantasiere nicht! Was glaubt ihr? Das Känguruh gibt es wirklich bei Zotter. Nein, kein neuer Mitarbeiter! Ihr könnt es ja besuchen. Genauso wie die Schafe, Ziegen, Pony, Esel, Lamas, Hausratten, Fische, Gänse, Schweine, Hühner, Rinder und die vielen anderen Tiere, die sich im Essbaren Tiergarten pudelwohl fühlen. Im Streichelzoo warten sie auf jung und alt.

Beim Bauerngolf für Gruppen kann Geschicklichkeit, Teamgeist und Wurftechnik geübt werden, Kinder lauschen am Bach. Ok, ja, stimmt. Vielleicht ein paar Minuten, dann lachen sie auf der Hangrutsche vom Skywalker, hängen in den Hängematten herum oder lernen Gift- und Heilpflanzen im Schwiegermuttergarten kennen, die in der interaktiven Kinder-Küche verarbeitet werden.

Endlich habe ich den Beweis, dass Dr. Google auch nicht alles weiß. Denn das

kennt der Herr nicht! Haha, siehst, doch nicht so gescheit! Kein Wunder, dass mir Kunden dann oft erzählen, Dr. Google hat gesagt, dass wir in zwei Stunden mit dem Bus in Salzburg sind. Rechnen wir mal, 330 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h…

Hunzdorf ist eine steirische Erfindung und erfreut Hundebesitzer, denn so könnt ihr den kleinen Liebling zu Zotter mitnehmen. Wenn ihr einen Hund habt, fragt einfach an.

Hoppla, vor lauter Schokogenuss habe ich komplett übersehen, dass meine Gruppe weg ist. Hallo? Hört mich jemand? So ein Schmarrn, da wird mein Auftraggeber, Herr Zotter mit mir böse sein. Eigentlich bin ich schon verantwortungsbewusst, aber! Ja, ich habe die perfekte Ausrede, nein eigentlich Entschuldigung. ER ist schuld! Genau, Herr Zotter persönlich! Würde er nicht so herrliche Schoki produzieren, hätte ich meinen Auftrag gewissenhaft erfüllen können. Somit bin ich unschuldig, und wenn ich jetzt ohnehin schon den Anschluss verpasst habe, gönne ich mir ein zweites Glas Trinkschoki. Vor Ort kann man trinken was man will, nur nichts mitnehmen. Wäre auch sinnlos, müsste man in der Hektik in die Hosentasche stecken – und welche Folgen das hat, brauche ich wohl nicht zu erläutern.

Im Laufe der Jahre gibt es immer wieder Sortenideen, die zwar geboren, aber nie veröffentlicht werden. Um diese nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, gibt es hier im Thermenland den wohl kuriosesten Friedhof der Welt.

Frustriert und böse auf mich selbst ziehe ich weiter. Nirgends treffe ich mehr auf meine Gäste. Vor lauter Zorn über meinen Schweinehund, der mich von der Arbeit abgelenkt und zum Genuss verführt hat, koste ich mich durch den zweiten Teil der Schoko-Genuss-Tour. Schokolade soll bekanntlich die Nerven beruhigen. Ihr kennt mich, Selfies sind nicht mein Ding, also müsst ihr beim nächsten Besuch die Mitzi Blue Turntables, den nougsus Paternoster, die Flic Flocs in Badehauben, die balleros Kesselbar, die Mi-Xing-Bar und die Running Chocolate selbst erkunden. Ich kann keine Fotos zeigen, da ich die Kamera weggeräumt und meinen Löffel hervorgekramt habe.

Mit der Einkaufsliste meines Schatzes, der zuhause schon sehnsüchtig auf mich, oder heute eigentlich auf die Schoki wartet, lenke ich mich ab.

Hat er jetzt französischen Nougat, HimbeerBlut, Ge Nüsse oder Mandel mit Grapparosinen gesagt? War es gar Käseschokolade, Kunst-Dünger für Geist und Seele oder typisch österreichisch? Bei über 400 Sorten findet jede Naschkatze ihr persönliches Paradiesstück. Sogar für Veganer gibt es eigene Kreationen. Ebenso für alle Arten von Unverträglichkeiten.

Nachdem ich meinen Löffel abgegeben habe. Nein! Bitte keine Panik! Ich habe mich nicht vom Skywalk gestürzt.

Ich betone noch einmal, und diese Antwort knalle ich auch Herrn Zotter ungeniert ins Gesicht, ER ist schuld! Jawohl! Er ganz alleine! So verführerische Schoki gibt es auf der ganzen Welt nicht! Außer ihr lässt euch diese über den Onlineshop schicken. Soll er sich doch nächstes Mal eine Fotografin suchen, die nicht als Naschkatze geboren wurde. Eigentlich bin ich eher eine Genusskatze, denn ich nasche wenig Schoki in Tafelform, aber wenn, dann muss schon seit Jahren Zotter draufstehen.

Daher besteht auch kein Grund zum Selbstmord, sondern nur zur Abgabe des Kostlöffels. Ich spaziere durch die letzte Schwingtür in den Shop und habe Gott-sei-dank wieder meine Gäste gefunden.

Während der Tour gibt es übrigens auch kleine Wasserbrunnen, wo man sich immer wieder den Gaumen erfrischen kann, um die nächste Geschmacksexplosion sortenrein zu erleben.

Und jetzt meine lieben Leser, nehme ich von euch Abschied, denn ich muss einkaufen. Sonst darf ich heute nicht nachhause kommen. Ciao!

T`schuldigung, bin wieder da. Ihr wollt doch noch die Antwort auf das Einstiegsproblem? Hier die Verursacherin dieser Misere! Wie die auf harmlos tut! So schüchtern liegt sie vor mir. Aber da ist sie! Diese kleine, angriffslustige Tafel! Sehr ihr sie? In der 3. Reihe, die 4. von links.

Die Maroni mit Rum pickt jetzt auf meiner Fototasche!

Und welche Tafel wird euer Favorit? Oder doch lieber die Labooko, die Mitzi Blue, die Glühbirne, die balleros, die Flic Flocs, das Ufo, eine Pralinenmischung, die Trinkschoki oder ein anderes Produkt aus der großen Produktpalette. Übrigens, bereits in Kleinmengen bekommt ihr eure persönliche Tafel mit eurem eigenen Logo, einem Gedicht, eurer Zeichnung, dem Danke für die Nachbarn, dem Geburtstagsgruß, dem Mitarbeiterdankeschön und vielem mehr.

Nun aber wirklich Schluss, ich hantiere gerade an der Verpackung der Hollerblüten und möchte keine weiteren Flecken riskieren.

Interessenten aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an das Team von Zotter Schokolade,  schokolade@zotter.at, www.zotter.at, Bergl 56, 8333 Riegersburg, 03152-5554

Busparkplatz Einkaufsmöglichkeit Stufen barrierefrei Behinderten-WC Gastronomie Hunde Voucher Schulprogramme
ja ja ja nein ja ja nein, aber Hunzdorf vorhanden ja ja

 

 

Ideen zur Tagesgestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Zur Planung Ihrer Gruppenreise steht Ihnen auch gerne CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh zur Verfügung, office@bustiger.eu,  www.bustiger.eu 

 

Besuch von lichtkroko, Mittwoch, 07.06.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von allen Beteiligten. In diesem Sinne auch Danke an alle meine Gäste, die sich für die Fotos zur Verfügung gestellt haben. Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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