Geistertour - Schloss Greillenstein

„Ach, das waren unsere Geister“, aus dem Mund von Frau Kuefstein klingt es, als wäre es ganz normal. Mir aber jagt gerade ein kalter Schauer über den Rücken. So, so, als hier gibt es doch Geister.

Frau Kuefstein richtet die Schachfiguren wieder auf. Spielen war eine weit verbreitete Leidenschaft, die aber auch oft zu Uneinigkeiten führte und durchaus in einem Duell im Morgengrauen endete. Ein ungeklärter Mordfall führte damals sogar zum Verbot von gewissen Glücksspielen. Da haben wir es heute besser mit unseren Computerspielen, findet ihr nicht?

„Meistens sind es an die drei bis fünf Geister“, weiter höre ich kaum mehr zu, denn ich versuche mich gerade stark zu konzentrieren.

 

Hat sich der alte Rollstuhl gerade bewegt? War es der Geist von der einstigen und ersten Besitzerfamilie, der Grellen? Damals im 12. Jahrhundert, als die Veste Greillenstein das erstemal urkundlich erwähnt wurde? Denn überliefert ist von damals so gut wie gar nichts. Tja, es gab halt zu dieser Zeit noch kein Internet und auch keine fototauglichen Handies. Da sieht man wieder, wie gut wir es heute haben, wir können gleich alles festhalten und sofort posten.

Ich frage mich nur, wie der Rollstuhl hierher kommt? Sind doch viele Stufen in diesem alten Gebäude zu bewältigen. Lift? Fehlanzeige. Damals hieß es Stufen steigen und nicht einmal so wenige.

Heute ist Schloss Greillenstein im Besitz der Familie Kuefstein und wer möchte kann mit einem Familienmitglied ganz privat durch die Räumlichkeiten geführt werden.

Immerhin erwarb Hans Lorenz von Kuefstein 1534 Greillenstein durch Kauf, sein Sohn Hans-Georg III. Freiherr von Kuefstein ließ die alte Burg schleifen und das, bis heute unveränderte Schloss errichten.

Frau Elisabeth Kuefstein führt mich durch die Räume. Saukalt ist es hier, aber es ist ja auch mitten im, heuer wieder einmal, ausgesprochen kalten Winter.

Der Ausblick auf den verschneiten  Innenhof erwärmt zwar mein Herz, aber leider nicht meine Füße, die ohnehin immer frieren.

Mein Blick fällt auf eine Vase, die in Trümmern auf einer Anrichte liegt. „Das passiert schon, wenn unsere Geister unterwegs sind“.

Ich schlucke, werde aber gleich abgelenkt.

Der Anblick ist gigantisch. Findet ihr nicht? Eine wunderschöne Deckenmalerei in einem noch schöneren Saal. Wirklich beeindruckend. Ich kann mir hier Hochzeiten sehr gut vorstellen. Ein wahrlich gediegenes Ambiente und die verschiedenen Räume bieten sich geradezu an für Hochzeitstafel, standesamtliche oder auch kirchliche Trauung. Und wenn ich dann denke, dass wir Frauen in der besseren Lage sind - denn eigentlich sollte uns ja der Mann über die Stufen tragen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Spaß beiseite, ich befinde mich hier wirklich in einem Schloss, wo die private Atmosphäre spürbar ist.

Ja gut, heute benötige ich etwas Phantasie, denn der Nebel hält die Aussicht auf die ausgedehnte Parkanlage bedeckt.

Um 1700 wurde der alte Nutzgarten der Renaissancezeit in einen barocken Garten mit Balustrade und schmiedeeisernen Gittern umgestaltet. Die Zufahrt zum Schloss führte durch die Lindenallee. Die Kastanienallee verband  den barocken Garten mit den Wasserkaskaden, wo Sandsteinzwerge und ein Drache standen.

Erst im 19. Jahrhundert wurde der Park, der heute frei zugänglich ist, zu einem Landschaftspark umgewandelt und Zwerge und Drache ins Schloss gebracht. Ein wunderschöner Rahmen für die „Gartenlusttage“ im August.

Ich schließe meine Augen und sehe mich, mit einem Picknickkorb in der Hand, rechts am Florianibrunnen vorbei in den Park schlendern. Ich breite meine Decke aus, räume den Picknickkorb aus, lasse mir die Sonnenstrahlen auf den Bauch scheinen und baumle mit der Seele.

Gut, ja, war gelogen. Den Korb trägt natürlich mein Schatz. Wozu sind Männer denn da?

Aber ihr könnt diese Szene in den warmen Monaten jederzeit verwirklichen. Picknickkörbe gibt es auf Vorbestellung und lauschige Plätzchen im Park sowieso genügend. Für Kälteliebhaber geht es natürlich auch jetzt schon…

Upps, was haben wir denn da? Testamentskasten…

Und eine alte, noch original erhaltene Gerichtsschranke?

Sehr schlicht sind die Amtsräume, Registratur und der Gerichtssaal. Nur hin und wieder wird den Räumen noch Leben eingehaucht, nämlich dann, wenn sich wieder Gruppen zur Gerichtsverhandlung einfinden.

Für eine historische Gerichtsverhandlung dürfen natürlich Kostüme und Utensilien nicht fehlen, diese werden auch gerne zur Verfügung gestellt.

Kindergruppen haben ihren wahren Spaß. Angestellte können sich einmal spielerisch an ihren Chefleuten rächen, ohne dafür gleich eine Verwarnung zu ernten.

Das Urteil wird mit Federkiel geschrieben und mit einem Siegel versehen.

Kinder dürfen nachher bei einem Rätselspiel ihr Wissen zu Schloss und Garten kindgerecht erlernen, während Erwachsene durch die Räumlichkeiten geführt werden.

Auch Frau Kuefstein hat mich wieder aus den Handfesseln befreit, mein Gerichtsurteil verfasst und ich habe versprochen Buße zu tun, anstatt ins Verlies gesperrt zu werden. Uff, Glück gehabt.

„Das Bild gehört hier nicht her“, murmelt Frau Kuefstein und mir entgeht nicht ihr Kopfschütteln. Also doch ein Geist? Oder gar Geister?

Ich versuche so nahe wie möglich an der Hausherrin zu bleiben. Man weiß ja nie, denn eigentlich bewegen wir uns hier außerhalb der Saison. Ob Geistern dann fad ist? Oder sind die jetzt auf Urlaub?

Im August gibt es ein Klavierkonzert von Jörg Demus auf einem historischen Hammerflügel im Türkensaal. Mir wird warm uns Herz, während ich höre, dass dann auch das Schloss von Kerzen illuminiert wird. So romantisch…

Tja, wenn da nicht der Schlossgeist wäre…

Schaut ein wenig finster, meint ihr? Aber wo, ist so eine süße Schmusetante, die kleine Lady, die bei jeder persönlichen Führung mit Frau Kuefstein  nicht fehlen darf. Jetzt weiß ich auch, weshalb es während unseres Rundganges einmal dort und einmal da geraschelt hat.

Ich atme auf, also doch kein Geist? Aber da waren doch die Bemerkungen von Frau Kuefstein so wegen „unsere Geister“ und so. Ich frage nach.

Sie lacht herzlich, „sicher, unsere Geister während den Geistertouren hier im Schloss! Wir sind der älteste und beste Anbieter dieser nächtlichen Abenteuer, kommen Sie doch einmal vorbei!“

„Sicher interessant und aufregend“, murmle ich, während ich mich etwas beobachtet fühle.

Geistertouren gibt es für Einzelgäste zu gewissen Zeiten im Jahr, Infos findet ihr bei uns unter den Veranstaltungshinweisen.

Und wer dann nicht gleich nachhause fahren möchte und rasch bucht, ergattert eine besondere Gelegenheit. Einmal in einem Schloss wohnen? Das ist hier in einer großzügigen Ferienwohnung inmitten der Gärten von Schloss Greillenstein möglich.

Für Gruppen sind die Geistertouren, ebenso die Gerichtsverhandlungen, nach Absprache jederzeit möglich. Feste Schuhe und vor allem starke Nerven müsst ihr auf alle Fälle mitbringen! Und bitte vergesst nicht, es gibt auch etliche Stufen zu erklimmen. Verbunden mit einem Gruseldinner (kann auch einfach als Abendessen bezeichnet werden…) ist es ein herrlicher Ausflug hierher ins Waldviertel.

Kindergruppen (ab 10 Jahre) werden ebenfalls bei einer kindgerechten Tour von den Geistern empfangen. Hier bietet sich das Abenteuer mit einem Grillnachmittag im Park an.

Schon einmal überlegt, dass in einem alten Schloss mit der ältesten Gerichtsschranke  Österreichs, Gehirnzellen überaus produktiv arbeiten können? Seminare erfreuen sich einer besonderen Beliebtheit, da Teilnehmer überaktiv agieren.

Nicht nur Julia war gerne hier, sondern auch ich. Und nun wisst ihr, wo Schloss Greillenstein hier im Waldviertel zu finden ist und habt die Qual der Wahl von normaler Schlossführung, über Abenteuer, Hochzeit, Geistertour, Seminar, aber auch bis zur Betriebs- oder Weihnachtsfeier. Und noch einiges mehr, aber bitte, das müsst ihr jetzt selbst anfragen. Ich kann doch hier nicht alles auflisten.

Denn eines ist sicher, Schloss Greillenstein ist alt, aber auf keinen Fall verstaubt und Frau Kuefstein hat noch eine Menge Pläne im Kopf.

Für Busse gibt es einen großen Parkplatz und für Gruppen wird jederzeit gerne das Tor geöffnet sowie vorher der Bewacher gefüttert.

Einzelgäste finden Öffnungs- und Führungszeiten auf der Homepage: http://www.greillenstein.at/.

Mit der Niederösterreich-Card dürft ihr ohne Führung eintreten, interessierte Personen müssen ein paar Euros für die Führung aufzahlen.

Bitte vergesst nicht auf die Stufen und auf die Jahreszeit, ein Schloss ist ein Schloss und kann schon etwas kühl sein, im Sommer lieben wir es dann dafür umso mehr. Brave und furchtlose Hunde dürfen ebenso wie Dixie Geist spielen.

Im Museumsshop könnt ihr euch dann ein kleines Stückerl Schloss mit nachhause nehmen.

Langsam heißt es Abschied nehmen, ich bedanke mich für die Zeit, die wir hier gemeinsam verbracht haben und schaue ein letztes Mal zurück.

Noch nebliger ist es geworden, hier im Waldviertel an diesem eiskalten Tag im Februar.

Oder verschleiert ein Geist meinen Blick und lässt noch ein paar Geheimnisse unergründet?

Findet es heraus. Ab 01.04.2017 könnt ihr Frau Kuefstein, ihrem Team, den kleinem Hund Dixie sowie den Schlossgeistern einen Besuch abstatten. Infos zu Veranstaltungen auf Schloss Greillenstein

 

Interessenten (Einzelgäste und Gruppen) aus dem In- und Ausland wenden sich für Führungen, Hochzeiten, Seminare, Veranstaltungen und alles was euch einfällt direkt an Frau Elisabeth Kuefstein, schloss@greillenstein.at, www.greillenstein.at

Gruppenreisen gerne auch an CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu. Wir organisieren auch gerne das Programm, Hotels, Mahlzeiten,….

Ideen zur Tagesgestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Bus-parkplatz Einkaufs-möglichkeit Stufen barrierefrei Behinderten-WC Voucher Fremdsprachen
ja Souvenir ja nein nein ja auf Anfrage

 

 

Besuch von lichtkroko, Donnerstag, 02.02.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Frau Elisabeth Kuefstein.

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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