Garteln für Faule - Naturhotel Steinschalerhof

„Geben Sie ein Dirndl in Ihr Geld und sie wird nie wieder leer sein!“

„Kurti, hast Du Deine Brille wieder nicht auf? Da steht, `Geben Sie einen Dirndlkern in Ihre Geldbörse und sie wird nie wieder leer sein`“

Mein Löffel gräbt sich tief in die Wildkräutersuppe, während meine Ohren weiter am Nebentisch lauschen.

„Ich glaube, meine Brille liegt am Schreibtisch“, er wirkt zerknirscht, „aber Hilde, was ist ein Dirndlkern? Ich kenne nur Dirndl zum Anziehen. Du wolltest ja nie eines, hast immer gesagt, Du hast zu wenig Holz vor der Hütten.“

Ich hole meine Ohren wieder zu mir an den Tisch, nicht immer muss man Zeuge häuslicher Diskussionen werden.

„Da schau, den gebe ich in mein Geldbörserl“, plötzlich hält mir mein Schatz einen Zettel in Postkartenformat, an den ein Sackerl geheftet ist, unter die Nase. Tatsächlich ein Dirndlkern. Und tatsächlich soll er dafür sorgen, dass ich nie wieder ohne Geld herumlaufe.

Meine Denkerstirn legt sich in Falten. Dirndl mit Kern? Ich gebe den Herrn am Nebentisch recht, ich kenne auch nur Dirndl aus Stoff. Ich habe auch keines, obwohl bei mir genügend Holz vor der Hütte liegt. Aber lassen wir das.

Eigentlich waren wir im Pielachtal an diesem schönen Sonntag nur zum Spaß unterwegs. Dann sah mein Schatz als eingefleischter Eisenbahnfreund diese Hausmalerei:

Und schon hatten wir einen Tisch im gemütlichen Gastraum gefunden, waren nett bedient geworden. Ich wische mir die restlichen Brösel vom Gemüsekuchen mit Bärlauchsauce aus meinen Mundecken. Eigentlich bin ich keine Vegetarierin, ich verbiete es mir streng den armen Tieren ihr Futter weg zu essen, aber diesmal musste ich über meinen Schatten springen. Diese vegetarischen Köstlichkeiten hier im Steinschalerhof haben im Sturm mein Herz erobert. Jetzt ist zwar mein Bauch voll, aber meine Neugierde arbeitet auf Hochtouren.

Wir drücken Herrn Weiss die Hand. Er ist Chef des Naturhotel Steinschalerhofes und des Steinschalerdörfls. Erinnerungen werden plötzlich wach. DAS Steinschalerdorf! Hoch droben am Berg. Mitten in herrlicher Natur mit einem gigantischen Dorfcharakter. Ein Erholungsort, der seines Gleichen sucht. Ein Ruhepol in einer hektischen Welt.

Ich starre auf den Prospekt `Ihr Dorf im Dirndltal` während mich Herr Weiss fragt, ob ich denn noch nie die gelben Sträucher und sogar Bäume gesehen habe? Besonders schön sei die Blüte dieser essbaren Frucht, die hier im Dirndltal seit hunderten von Jahren eine Heimat gefunden hat.

In früheren Zeiten hatte die Dirndl auch Namen wie „Ruhrkirsche“ oder „Ruhrbeerenstrauch“. Das hat seinen guten Grund, deuten doch solche Namen auf die Nutzung der Pflanze vor allem als Mittel gegen die so genannte „Rote Ruhr“ hin. Diese Seuche ist eine durch Bakterien hervorgerufene Krankheit, die früher, wo die hygienischen Verhältnisse noch sehr zu wünschen übrig ließen, eine weit verbreitete und sehr gefürchtete Krankheit war. Das heißt, dass bereits unsere Vorfahren erkannt haben, dass diese Pflanze antibakterielle Wirkung zeigt und das bereits lange bevor von der Wissenschaft die ersten Mikroorganismen als Krankheitserreger identifiziert werden konnten und erst recht, bevor gezielt antibakterielle Wirkstoffe und Antibiotika isoliert, in ihrer Struktur aufgeklärt und auch synthetisiert werden konnten. Unsere Vorfahren waren eben manchmal scharfe Beobachter und teilweise auch noch im Besitz älteren Heilwissens, das in der unrühmlichen Zeit der Inquisitionen leider unterdrückt, verfolgt und sogar teilweise vernichtet wurde. Es lohnt sich also, noch vorhandenes altes Heilwissen mit unseren heutigen, modernen Möglichkeiten zu überprüfen und wenn es sich als wirksam herausstellt, auch zu nützen. Der Dirndlstrauch ist ein gutes Beispiel dafür.

Achja, die lustigen Bäume und Sträucher, die sich der Windrichtung angepasst haben, Ja, die haben wir bei der Rundfahrt sehr wohl gesehen.

Die Dirndl heißt auch Kornelkirsche, Herlitze, Dürlitze, Hirlnuss, Dirndling oder gelber Hartriegel und gehört zu den Hartriegeln. Interessant ist, dass sie gelb blüht, aber rote Früchte trägt. Aus diesen werden dutzende Produkte gemacht. Hier im Haus gibt es aus der Dirndl u.a. Saft, Marmelade, Schokolade, Likör, Schnaps, Chutney, Dirndl-„Oliven“, Cornas, G-Nuss-Paket und Dirndlschmuck. Aber zum Anziehen sind diese Dirndl tatsächlich nicht.

Wer einmal wissen möchte, wie so eine Dirndl schmeckt, sollte einen Ausflug ins Pielachtal unternehmen und im Steinschalerhof einkehren. Ihr könnt euch schon vorab einmal umschauen: http://www.steinschaler.at/shop.php

Neben der Dirndl gibt es hier noch rd. 1.000 Pflanzen in den, über 30.000 m2 großen Steinschaler Naturgärten zu entdecken. Für Gruppen gibt es das ganze Jahr Führungen, denn Herr Weiss verkündet stolz, dass jede Jahreszeit einen eigenen Reiz in seinen Gärten offenbart und es immer etwas zu entdecken gibt. Ihr könnt in die Welt der Wildkräuter auf Deutsch, Spanisch, Russisch, Ungarisch, Englisch und Italienisch eintauchen. Herr Weiss betont auch des Öfteren, dass es spezielle Führungen zum Thema `Garteln für Faule` gibt. Wenn ich einen Garten hätte, wäre das auch mein Hauptthema.

Zu entdecken gibt es nicht nur für Pflanzenliebhaber einiges, sondern auch für Naturliebhaber. Da hier die Natur fast zur Gänze auf sich gestellt ist, gibt es auch eine reichhaltige Tierwelt zu beobachten.

Ich wäre jetzt auch gerne faul, aber das zweite Ferienhaus am kleinen Teich braucht noch ein paar Sonnentage um fertig zu werden.

Im Gegenteil zum Haus Teichbrücke. Es steht hinter meinem Rücken, und führt über einen kleinen Engpass des Wassers. Ihr könnt es zwar jetzt nicht sehen, dafür jederzeit gerne reservieren. Echt nett. Übrigens werden diese Häuser gerne von Tierbeobachtern gebucht, denn wenn sich der Abend über das Pielachtal legt, dann kommt der Biber aus seinem Biberbau.

Ebenso bezugsfertig wie das Haus am See sind die liebevoll eingerichteten Zimmer im Naturhotel Steinschalerhof. Und natürlich auch die vielen Zimmer in meinem geliebten Steinschalerdorf.

Für Seminare ist es hier ein idyllisches Fleckchen Erde, leicht mit dem Auto erreichbar, natürlich auch mit dem Bus. Parkmöglichkeiten gibt es genug und Parkpickerlprobleme kennt man hier auch nicht. Es bietet sich auch eine entschleunigte Anreise mit der Mariazellerbahn an, da der Bahnhof einen Steinwurf entfernt ist.

Na gut, entschleunigt ist ein weitläufiger Begriff, seit die Himmelstreppe durch die Landschaft fliegt. Aber einmal im Monat gibt es noch Dampfbahnromantik auf der Schienentrasse zwischen St. Pölten und  Mariazell. Am besten fängt ihr hier im Pielachtal an, ab hier geht die schönste Strecke hinauf auf die Berge bis Mariazell auf 868 Meter Seehöhe. Fragt mal nach. Die Tickets bekommt ihr direkt im Steinschalerhof und den Bus für den restlichen Transport bei uns. Empfehlenswert ist u.a. der Mariazeller Advent verbunden mit einem Advent-Menü im Steinschalterhof.Oder eine kleine Weihnachtsfeier für die Familie, den Freundeskreis oder die ganze Belegschaft.

Der Rundgang durch die schöne Anlage mit ihren vielen Wildkräutern ist wie ein Kurzurlaub. Da hier kein chemisches Spritzmittel verwendet wird, kann die frische Luft tief in die Lungen eingezogen werden. Keine Angst, es gibt genug, jeder Besucher darf sich gerne etwas Luft mitnehmen. Völlig kostenlos.

Es dürfte wirklich stimmen, dass für alles ein Kraut gewachsen ist. Kein Wunder, dass auch ich diesmal zum vegetarischen Menü gegriffen habe, wandern doch die Kräuter nur ein paar Meter vom Garten in den Teller. Apropos Teller, besonders beliebt sind hier auch für kleine und auch ganz große Gruppen das Schaukochen. Sollte ihr euch schon lange die Frage gestellt haben, wie denn das eine oder andere Kraut bei euch im Garten heißt oder wie es verarbeitet wird, seid ihr hier goldrichtig. Ich habe das Gefühl, als wäre Herr Weiss ein wanderndes Kräuterlexikon.

Apropos wandern, wir wandern jetzt auch zurück zum Haus, denn wir wollen das Treiben nicht länger stören. Außerdem habe ich gerade eine unqualifizierte Meldung von meinem Schatz geflissentlich überhört.

Habt ihr euch schon mal bewusst mit Kröten beschäftigt – hier trägt nämlich das Weibchen das Männchen. Und das bis zu fünf Kilometer am Tag. Dafür haben die Weibchen aber eigentlich auch das größere Hirn, denn sie wandern lediglich an den Ort ihrer Geburt zurück, um dort wieder für den nächsten Nachwuchs zu sorgen. Aber nichts wie rasch weg von hier, ehe hier noch eine peinliche Diskussion unter Zweibeinern entsteht.

Nochmal bleibe ich beim Dirndlstrauch hängen. Schön anzuschauen sind die zierlichen Blüten, die von hunderten Bienen umschwärmt werden. Kein Wunder, sind sie doch für den herrlichen und gesunden Dirndlcremehonig verantwortlich.

Die Steinschalergärten sind nicht nur ein Paradies für Pflanzenliebhaber, für Tierbeobachter und Romantiker. Es finden sich hier in ruhiger Umgebung eine Unmenge Motive für Maler oder Fotografen.

„Schatz, kommst Du bitte?“

Für Hochzeiten bietet sich natürlich das Steinschalerdörfl hervorragend an. Bis zu 500 Personen können hier, aufgrund der abgelegenen Lage, ungestört bis in die Morgenstunden feiern. Wie schon erwähnt finden Seminare hier tolle Rahmenprogramme, Zeit zum Entspannen und kulinarischen Hochgenuss aus der Naturküche. Einmal im Jahr, in der Fastenzeit, gibt sich eine Laien-Theatergruppe ein Stelldichein und freut sich gegen eine kleine Gebühr über neue Gäste, die vielleicht zu Stammgästen wachsen.

Nachhaltigkeit liegt Herrn Weiss besonders am Herzen und behauptet stolz, `Glück kann man essen`.

In mir drängt sich plötzlich die Frage auf, ob kleine Tiger, so kleine Firmen-Maskottchen manchmal zu viel Glück essen? Die Waage schlägt ja enorm aus. Ab morgen ist Diättag. lieber Herr Samir!

Ich werde das Gefühl nicht los, als würde er mich angrinsen und mir gerade zu werfen, „Mama, Dir schadet eine Diät auch nicht!“ Lassen wir das Thema.

Neben vegetarisch wird hier sogar vegan gekocht und wie ganz selbstverständlich auf der Speisekarte angeboten.

Und Tiere, vor allem Hunde, sind hier herzlich willkommen. Die Hunde-Dame Paula Weiss, die Hunde-Chefin des Hauses hat sogar ihre eigene Visitenkarte. Ich versuche gerade Samir auszureden, dass wir für ihn auch welche anschaffen.

Die Natur bandelt auf ihre besondere Art mit mir an. Ob Äste im Schuhband sammeln auch ein Bewerb in der Almolympiade, die für Gruppenausflüge angeboten wird, ist?

Langsam wird es wieder Zeit an die Heimfahrt zu denken. Stunden haben wir hier verbracht und noch Stunden könnten wir hier verbringen. Vor allem im Strecksessel am Teich, mit einem Glas Rotwein von unserem Blog-Partner Winzer-Krems, einem Fotoapparat und die Hoffnung auf den Biber. Doch heute müssen wir zurück nach Wien, eine gute Stunde später werden wir zuhause ankommen und in dieser Nacht von alten, knorrigen Dirndlbäumen träumen.

Doch zuvor lege ich noch meinen Dirndlkern ins Geldbörserl. Sicher ist sicher.

Übrigens mit der NÖ-Card könnt ihr die Naturgärten sooft ihr wollt besuchen. Rund um das Jahr gibt es diverse Veranstaltungen, Infos dazu findet ihr auf der Homepage oder bei uns.

 

Interessenten aus dem In- und Ausland für Führungen, Kuschelwochenenden, Eisenbahnromantikfahrten, Hotelanfragen, Feiern aller Art, Hochzeiten, Seminar und noch mehr wenden sich direkt an Familie Weiss, Warth 20, 3203 Rabenstein, weiss@steinschaler.at, www.steinschaler.at, www.steinschalerwiki.at, Tel. 02722/2281

Ideen rund um den Partner finden sich auf der individuellen Gruppenreise

Bus-parkplatz Einkaufs-möglichkeit Stufen barrierefrei Behinderten-WC Gastronomie Hunde Voucher Fremd-sprachen
ja regionale Produkte ja ja ja ja ja ja spanisch, russisch, ungarisch, englisch, italienisch

 

Zur Planung Ihrer Gruppenreise steht Ihnen auch gerne CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh zur Verfügung, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu. Gerne fahren wir Gäste vom Flughafen zum Steinschalerhof, auch ins Steinschalerdörfl und zurück.

Besuch von lichtkroko, Sonntag, 05.03.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Herrn Johann Weiss,

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko,  www.lichtkroko.eu

 

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