Gänseflüsterer - Cumberland Wildpark Grünau

Ich kann den Regen nicht mehr sehen! Seit Tagen regnet es leicht und dann wieder stark. Nur wenige Minuten präsentieren sich lediglich bewölkt und lassen für uns Wanderer einen Blick auf die herrliche Landschaft im Almtal in Oberösterreich in der Region Salzkammergut zu.

In der Nähe des Almsees haben wir uns in einer kleinen Pension einquartiert. Der Name „Wanderruh“ erschien als passend. Leider hatte der Wettergott aber auf uns vergessen. Oder er wollte, dass meine neuen Wanderschuhe einfach weiterhin neu bleiben. Ich weiß es nicht.

Ostermontag sind wir fertig mit dem Regenwetter. Ha, ein Schnippchen werden wir ihm schlagen. Aus mit Wanderkarte, alten Wanderschuhen und gefülltem Rucksack. Alles bleibt im Auto. Aus mit pitschnasser Hatscherei. Ätsch Wetter! Im Cumberland Wildpark Grünau, der eingebettet zwischen der eindrucksvollen Naturkulisse des Toten Gebirges und dem kristallklaren Almfluss liegt, kann uns der Regen nicht mehr viel anhaben. Auf einer Fläche von 60ha bietet der Wildpark natürliche Lebensräume für viele heimische Wildtierarten. Und das Regenwetter ist zwar schlecht für die Finanzen des Wildparks, aber perfekt für uns Tierfotografen. Keine lästigen Schatten! Keine Menschenmassen, die sich vor den rund 500 Wildtieren drängen. Keine spiegelnde Gitter, die stören.

Echt jetzt! Das ist für heute die perfekte Ausflugsidee. Dann mal los!

Unsere Ankunft, in dem noch menschenleeren Tierpark, bleibt nicht lange verborgen.

Also wenn ich nicht so doof für Fremdsprachen wäre, würde ich sicher die Graugans verstehen. Aber ich denke auch so zu wissen, dass sie laut ausruft: „Waaaaas? Gäste? Heute? Bei Regen? Juhu!“Auch der Braunbär zwinkert uns zu. Freundlich sind die Tiere und nicht, wie in manch anderem Wildpark oder Zoo scheu und abweisend gegenüber den Menschen. 98 % heimische Wildtiere gibt es hier entlang des rd. 5,5 km langen Wanderweges zu erleben. Nachdem etliche Tiere auch ihre Freiheit außerhalb der Gehege voll ausleben dürfen, müssen unsere Haustiere leider draußen bleiben.  Wir Menschen dürfen zum Beispiel durch das Gehege des Damwilds spazieren und somit Tiere hautnah erleben. Auch wenn das Futter interessanter als die Fotografin ist…

Damwild, die Mandschurenkraniche aus Schönbrunn und der Waschbär sind die weiteren 2 % Tierarten, die sich hier tummeln, aber nicht einheimisch sind.

Alle Wege sind barrierefrei, d.h. mit Kinderwagen und Rollstuhl könnt ihr ebenso den Park erkunden, wie mit diversen Gehhilfen. Ich bin froh, meine neuen Wanderschuhe endlich ausprobieren zu können. Wenn sie hier drücken, kann ich zum Auto laufen und umziehen. Und bei den geschotterten Wegen wäre ich mit Stöckelschuhen sicher umgekippt. Ja, ist schon gut, ich weiß. Ihr seht mich eh nie in hohen Hacken, da ich damit auch am Beton nicht laufen kann. Trotzdem kommt bitte mit festem Schuhwerk in den Wildpark Grünau.

Praktisch sind die Abkürzungen! Der Rundgang kann immer wieder unterbrochen werden und viele Wege führen zurück zum Restaurant. Dort könnt ihr Euch, neben einer eventuell notwendigen Pause, hier gibt es auch ein Behinderten-WC, auch kulinarisch stärken.Wenn ich dem süßen Waschbären noch länger beim Schlürfen des kristallklaren Wassers zuschaue, werde ich wohl bei meinem Schatz ein gutes Wort einlegen. Erstens, könnten wir uns im gemütlichen Restaurant einmal trocken legen und auch den Kameras eine Verschnaufpause gönnen. Zweitens wäre jetzt ein großes Getränk auch eine willkommene Abwechslung.

Schatz, wo bist Du? Vor lauter fotografieren habe ich doch glatt übersehen, wo meine zweite Hälfte hin verschwunden ist. Nicht zu glauben! Mein Schatz der Gänse-Flüsterer! Nicht wirklich, oder? Geht der doch mit zwei Graugänsen gemütlich durch den Wildpark. Ich falle fast um vor Lachen. Wie ihm die beiden nachlaufen! Was er denen wohl erzählt? Auf alle Fälle muss es eine spannende Geschichte sein. Ob er eine Patenschaft (die es hier je nach Tier ab EUR 10,00 pro Monat gibt) für die Gänse übernehmen wird? Er kommt mir vor wie Konrad Lorenz, der hier 1973 auf Einladung von der Herzog von Cumberland Stiftung eine gleichnamige Forschungsstelle eingerichtet hat, die bis heute existiert. Mittlerweile habe ich wieder an der Basisstation angedockt. Man könnte auch sagen, ich bin im Restaurant und stehe vor vielen Entscheidungen. Die Idee mit nur trinken, habe ich über den Haufen geworfen. Zu verführerisch lachen mich die, von den Damen selbstgebackenen Mehlspeisen an. Auch mein Gänse-Flüsterer ist mittlerweile angekommen. In seinem Blick lese ich, „Sacherschnitte mit Schlag bitte!“, ehe die Bestellung noch über seine Lippen kommt.Nun gut, die Pause war länger als geplant. Aber durch die Abkürzungswege ist ein Fortsetzen des Rundgangs kein Problem. Nein, es hat inzwischen nicht geschneit. Also bitte, solange waren wir auch nicht auf Pause. Das war schon heute Nacht! Schön hier, oder? Und so ruhig! Eine super Luft! Hört ihr es? Das Rauschen des Almflusses. Die Stimmen der Vögel? Das Rascheln im Laub?Komisch, den Wolf habe ich im Restaurant gar nicht gesehen. Aber auf alle Fälle dürfte ihm sein Fressen auch geschmeckt haben. Sowie uns die Mehlspeisen und der gute Kaffee. Als Frau wird man zum Shoppen geboren, also nutzte ich die Pause auch gleich für einen Rundgang durch den Souvenirladen… Diese süßen Stofftiere müsst ihr selbst sehen. Und auch die anderen Artikel.

Der Regen will sich nicht hinter die Berge verziehen. Dann leben wir halt weiter mit ihm. Inzwischen sind auch schon ein paar Besucher aufgetaucht. Ich finde es super, mit Kindern, die fest eingepackt sind, dennoch an so einem Tag einen Ausflug zu machen. Kann doch nicht schaden, etwas abgehärtet zu werden. Und die Tiere lenken ohnehin vom Wetter ab.Wasser gibt es im Wildpark Grünau eigentlich genug. Rastplätze, gemütliche Bankerl an romantischen Fleckchen und weitere WC-Anlagen verleiten zum Verweilen. Ich denke an einen sonnigen, heißen Tag in der Stadt. Dann ist hier sicher die Hölle los. Hier, wo sich Großstadtmenschen entspannen und erholen können. Wie heißt es so schön? Hier ist es echt chillig…Einmal gemütlich im Gras liegen und mit der Seele baumeln. Gut, das dürfen nur die Tiere. Aber für uns gibt es herrliche Bankerl. Im Winter, wenn der Schnee nicht nur die Bergkuppen bedeckt und wie Zucker am Gugelhupf aussieht, sondern die Schneedecke unter den Schritten knirscht entsteht eine besondere Stimmung. Dann, wenn sich die Tiere auch pudelwohl fühlen. Schon vergessen? Es sind einheimische Tiere, d.h. sie leben auch mit den Jahreszeiten, die uns hier in Österreich begleiten.

Romantisch muss der alljährliche Adventmarkt sein. Oder eine der anderen Veranstaltungen, wie z.b. die Walpurgisnacht. Ich gerate ins Schwärmen…… werde jedoch durch ein lautes Rufen auf die Welt der Realität geholt. Was sagt er? Schaut auch vom Regen ein wenig zerzaust aus ;-)

Plötzlich wird diese unendliche Stille durch lautes Geschnatter unterbrochen. Achso, jetzt ist mir alles klar. Wahrscheinlich ist der Goldfasan der Fluglotse vom Flughafen und hat die Landebahn freigegeben.Da Freiheit groß geschrieben wird, dürfen sich manche Wildparkbewohner auch schon mal außerhalb der Anlage bewegen, sofern sie natürlich wieder brav nachhause kommen.Disco-Hoppala? Mein Gott, sind die süß! Mein Herz geht auf! Schaut mal, die drei, die sich unter Mamas Flügel drängen. Nur einer steht buchstäblich im Regen. Aber das Vertrauen zwischen Mensch und Tier, das den Wildpark prägt, ist gigantisch. Die  kleine Familie hat überhaupt keine Angst vor uns und macht keine Anstalten den Platz zu räumen. Natürlich halten wir den entsprechenden Abstand, aber der Wanderweg steht für Mensch und Tier gleich zur Verfügung.

Bei diesem Anblick fällt mir ein, dass bald Muttertag ist. Uff, was soll ich Mama schenken? Mal bei unseren Blog-Partnern schmökern. Eine Eintrittskarte in den Wildpark Grünau, ein persönliches Handtuch von Wirtex oder doch ein paar Flaschen Wein von Winzer Krems für die Gesundheit. Oder einfach alles? Seinem Gesichtsausdruck zu folge ist er auch ratlos.Der Luchs macht auf Macho. Er weiß über seine Schönheit und Eleganz Bescheid und zeigt uns heute beinhart die kalte Schulter. Kalt im wahrsten Sinne des Wortes. Fällt doch gerade die Schneefallgrenze weiter.Lediglich über seine Ohrpinsel kommuniziert er gekonnt mit uns. Nur leider versagen meine Fremdsprachenkenntnisse schon wieder.Ich mache einen Satz nachhinten. Meine einzige schnelle Bewegung für heute! Einem Wildschwein habe ich auch noch nie ins Auge geschaut. Es wirkt freundlich und neugierig und kommt noch näher. Also zu Tieren, die ich jetzt gerne streicheln würde, gehört das Schweinchen, oder eigentlich die ausgewachsene Sau nicht wirklich. Bin ich froh, dass uns ein paar Holzlatten trennen.

Nach diesem Schock müssen wir die nächste Abkürzung zum Restaurant nehmen. Und mein Schatz stellt fasziniert fest, hier gibt es doch auch exotische Tiere: Würstelkraken für die kleinen Jungs, wie für meinen Zwei-Meter-Prügel.Im Restaurant wird viel Wert auf heimische Produkte gelegt und natürlich gibt es heute zu Ostern auch Lamm im Angebot. Lecker ist hier alles und die Preise angemessen. Für Gruppen gibt’s neben dem riesigen Busparkplatz vor der Tür, auch Platz im kleinen, feinen Restaurant sowie besondere Angebote. Ein Außenbereich lädt bei schönem Wetter zum Verweilen ein.

Kindergeburtstage bringen hier gerne Leben rein. Und kleine und große Ranger können sich nach Spezialführungen wie „Zwei Ziele, ein unvergesslicher Tag!“, „Natürlich wild!“, „Faszinierende Wildnis!“, „Rotkäppchen erzählt uns vom Wolf!“ entspannen. Möglich auch in Italienisch und Englisch.

Vom Programm „Spurenlesen – wer hat da genascht?“ erzähle ich euch nicht. OK, erwischt. Das war meine Creme-Schnitte. Ihr seid gut im Fährtenlesen.

Wenn ihr Geduld und Zeit mitbringt, könnt ihr mit den Tieren wirklich auf Du und Du reden, sie beobachten und tolle Tierfotos schießen. Nur bitte nicht anfassen, außer im Streichelzoo.

Die mitgebrachte Jause und die Naschereien landen besser im Bauch des Besuchers. Respekt sollte ständiger Begleiter  beim Rundgang sein.

Apropos Tierfotos, für Kleingruppen können wir jederzeit gerne Fotokurse im Wildpark Grünau abhalten. Fragt mich!

Gerne werden auch diverse Familienkarten aller Bundesländer (z.b. Niederösterreichcard) angenommen und ihr spart ein paar Euros. Eventuell für die Fütterungsautomaten für die Fische? Und mit einer Jahreskarte seid ihr gut beraten, hat der Wildpark doch 365 Tage, also auch zu Weihnachten und zu Silvester geöffnet.Schau nicht so traurig! Für heute kehren wir dem Almtal den Rücken und ziehen weiter. Aber keine Sorge, wir kommen wieder. Spätestens dann, wenn das neue Projekt abgeschlossen ist und Wolf und Bär die Stars sind. Aber das müsst ihr selbst herausfinden!

 

Interessenten für Führungen, Gruppenanmeldungen bzw. Interesse an Gruppenangeboten, Kindergeburtstage aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an Herrn Bernhard Lankmaier, Naturtierpark Grünau GmbH, 4645  Grünau im Almtal, 0043 (0) 7616/8425, info@wildparkgruenau.at, www.wildparkgruenau.at

 

Zur Planung Ihrer Gruppenreise steht Ihnen auch gerne CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh zur Verfügung, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu

Bus-parkplatz Stufen barrierefrei Behinderten-WC Gastronomie Hunde Voucher Schul-programme Fremd-sprachen
ja nein ja 3 Stück ja nein ja ja englisch, italienisch

 

Ideen zur Tagesgestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Besuch von lichtkroko, Montag 17.04.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Herrn Bernhard Lankmaier.

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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