Familiensammlung und ein Mädchentraum – Schloss Rohrau

„Heute geschlossen!“ Meine Laune verfinstert sich wie der Nachmittagshimmel über dem Flachland der Region Carnuntum-Petronell. Tagelang sind wir auf der Suche, ich bin müde, genervt und mein Kopf kann sich vor Burgen, Schlössern, Schlosshotels und Ruinen gar nicht mehr erinnern, wo wir eigentlich gestartet sind. Und jetzt hat auch noch die Schlosstaverne ausgerechnet heute Ruhetag.

„Wir haben es gefunden! Wir sind gelandet! Schau doch! Perfekt!“

Diese Worte aus dem Munde meiner Freundin habe ich in den letzten Tagen schon oft genug gehört.

„Meinst Du?“, ich komme gerade drauf, dass ich irgendwie ungünstig stehe, oder was meint ihr über mein erstes Foto?

 

Meine Freundin, nennen wir sie nur Freundin, denn wir sind schon solange gemeinsam unterwegs, solange ich einen Führerschein mein Eigen nenne. Sie macht viel, viel Blödsinn, hin und wieder auch etwas mit Hand und Fuß. Tausende Ideen schwirren durch ihren Kopf. Sowie jetzt. Eine ihrer Freundinnen heiratet oder naja, sagen wir mal, sie will heiraten, er ist noch anderer Meinung. Aber das ist eine andere Geschichte…

Wie auch immer, meine Freundin hat sich bereit erklärt die passende Hochzeitslocation zu finden. Und das Interessante an dieser Mission ist, dass sie ihre Ausbildung zur Schnell-Hochzeits-Beraterin, neumodisch Weddingplaner, mit Youtube absolviert hat. Somit haben wir jetzt eine Band, einen Caterer, eine Kutsche mit weißen Pferden, hunderte Luftballons, eine Hochzeits-Wunsch-Geschenksliste, u.a. bei Wirtex und eine dreiseitige Liste an Menschen, die eingeladen werden sollen. Aber was wir nicht haben, ist das passende Ambiente.

Lacht er? Lacht er mich leicht aus? Oder hat er Mitleid mit mir?

Ich riskiere einen Rundumblick. Meine Freundin springt im ersten Schlosshof auf und ab wie ein wildgewordenes Reh. Ich bitte zu Gott, dass uns jetzt niemand sieht, sonst würde wahrscheinlich Schloss Rohrau im Nu überlaufen sein, denn hier wurde eine neue, noch nie entdeckte Ureinwohnerin eines längst ausgestorben geglaubten Stammes beim Regentanz erwischt.

Das Schild erweckt auf einmal mein Interesse. Achso, vielleicht eine Idee für Busreisen?

Herr Johannes Waldburg-Zeil empfängt uns sehr freundlich. Nett und natürlich wirkt er auf mich. Überhaupt kein Funken von Überheblichkeit ist zu spüren. Meine Güte, er ist immerhin der Schlossbesitzer des riesigen Anwesens und stammt aus einem neunhundert Jahre alten Adelsgeschlecht.

Meine Freundin liegt ihm gerade zu Füßen. Nein, nicht aufgrund seiner Adeligkeit, auch nicht aufgrund seines gepflegten Aussehens. Ein einfacher Grund hat sie zu Boden gezwungen.

Und schon liege ich neben ihr. Ich werde es nie verstehen, aber sie steht auf Fotos aus der Dackelperspektive. Und ich, als Gutmensch, bin nicht nur die Taxlerin des führerscheinlosen gnädigen Fräuleins, sondern auch die Haus- und Hoffotografin. Aber immerhin zeigt sich auf einmal ein Stück blauer Himmel. Ist es ein Zeichen? Sind wir endlich angekommen?

Herr Waldburg-Zeil nimmt uns vorweg mit auf eine Zeitreise. Die Grafen Harrach zählen zu den berühmten Familien der österreichischen Monarchie. Als Freunde und Ratgeber des Kaiserhauses, als einflussreiche Diplomaten und Kirchenfürsten, einer als Vizekönig von Neapel, gestalten und bestimmen sie die Politik des Reiches. Ihre Residenzen werden von den bedeutendsten Künstlern der Zeit ausgestattet, und immer wieder gilt ihre Vorliebe den großen Meistern der Malerei.

Aus Madrid, aus Neapel, aus den Niederlanden werden hunderte Gemälde nach Österreich gebracht. In Rohrau, dem historischen Landsitz der Familie, zusammen mit prachtvollem Mobiliar und reichem Kunstgewerbe gehört die Gemäldegalerie zu den bedeutendsten – über 450 Jahre – gewachsenen Privatsammlungen der Welt.

Meine Begeisterung läuft, trotz der Müdigkeit, die mich fest im Griff hat, auf Hochtouren. Mein Wunsch, mich hier alleine und einsam auf die Bank fallen zu lassen und zu warten, bis ich wieder meinen Wagen starten darf, ist verflogen.

Langsam hat auch meine Freundin ihre Unwissenheit zugegeben. Ich muss schmunzeln. Sie hat doch wirklich versucht, Herrn Waldburg-Zeil klar zu machen, welche Kunstkennerin sie ist. Gerade sie! Sie kann doch nicht einmal ein Ölgemälde von einer Bleistiftzeichnung unterscheiden!

Aber hier spielt es keine Rolle. Herr Waldburg-Zeil ist wahnsinnig nett und nimmt uns unsere Unwissenheit, und den im Hinterkopf befindlichen Gedanken, `es sind ja nur Bilder´, überhaupt nicht übel. Im Gegenteil. Ich rechne es ihm wirklich hoch an, hat er seine zuvor hoch interessanten, aber für uns leicht unverständlichen Ausführungen auf unseren Horizont herunter gebrochen. Manchmal schmunzelt er selbst, sieht er doch die unendlich wertvollen Gemälde plötzlich durch unsere Augen und entdeckt selbst für ihn Neues.

Auf einmal macht es Spaß. So richtig Spaß. Und ich bin froh, dass die Schlosstaverne Ruhetag hat, sonst wäre mir hier viel entgangen.

Auch meine bereits geschmiedeten Pläne meine Freundin mit dem Schwert von Generalfeldmarschall Wallenstein zu erdolchen, sind verflogen. Übrigens, der Herr aus dem 30jährigen Krieg ist Namensgeber für den Wallensteinplatz in Wien.

Und dann stehen wir hier. Genau hier! Genau an dem Platz, wo die Freundin meiner Freundin „JA“ sagen wird. Und angesichts dieser eleganten Location soll auch er freudig „JA“ ausrufen. Naja, wenn Frau Hochzeitsplanerin glaubt.

Meine Freundin hat inzwischen Platten aufgelegt, „hier  steht dann die Tafel“, verkündet sie frohlockend. Ich kenne ihren Gesichtsausdruck und ich weiß, wenn sie ruhig und besonnen zu denken beginnt, dann haben wir das Ziel wirklich erreicht.

 

Mich, als Hochzeitsmuffel, erinnert der Raum eher an ein gemütliches Wohnzimmer. Am liebsten würde ich mich auf die Couch am Fenster fallen lassen, den noch funktionstüchtigen Kamin einheizen und anstatt des Bildes oberhalb, meinen Fernseher platzieren und mir die aktuelle Folge meiner Lieblingsserie reinziehen. „Sturm der Liebe“, passt doch perfekt hierher.

 „Komm, Faulpelz, erhebe Dich, schau mal!“, sie holt mich tatsächlich aus meinen Couchträumen und zerrt mich auf die Terrasse, „hier kommt das große Zelt her, und dort“, sie fuchtelt mit ihrem rechten Zeigefinger durch die Luft, „genau dort, dort kommt ein kleiner Rosenbogen hin und dahinter der Tisch für den Standesbeamten. Das ist ja noch besser, als in Deinem Wohnzimmer. Hier werden Mädchenträume wirklich wahr!“

Sie lächelt mich an und beflügelt dabei meine Phantasie.

„Hier ist die Band, hier der Sektempfang, hier kommen die Stehtische hin. Und von dort lassen wir die Luftballone steigen! Noch besser wäre ein Feuerwerk“ Das Organisationstalent in mir arbeitet auf Hochtouren. Jetzt weiß ich, weshalb wir ein unschlagbares Team sind.

Aber ich arbeite bereits auch an Gruppenreisen, denn wir stehen so eine gute Stunde von Wien entfernt. Nicht nur als Hochzeitslocation ist das Schloss Rohrau der perfekte Ort. Für Gruppenreisen aller Art, Picknicke im Park, Konzerte, Theateraufführungen, Firmenfeiern, aber auch Geburtstage.

Wer im Besitze der Niederösterreichcard ist, kann damit einmal im Jahr das Schlossmuseum kostenlos besuchen. Vielleicht ein guter Anlass, um gleich einen Termin für die eigene Veranstaltung zu vereinbaren? Immerhin bietet die recht freie Lage den idealen Ort für Familienfeste, die gerne auch mal lauter und länger werden dürfen, ohne Ärger mit der Polizei zu bekommen.

Ich kann mir auch Weinverkostungen, und immerhin ist die Region bekannt für gute Weine, vorstellen. Auch als Zwischenstation bei der Fahrt mit der Carnuntum-Draisine ist das Schloss geeignet. Öffnungszeiten und weitere Auskünfte findet ihr auf der Homepage. Für geschlossene Gruppen übernehmen wir gerne die gesamte Organisation.

Einladend wirkt auch der Clarissasaal mit Platz für 140 Personen auf uns. Hier gibt es auch eine kleine Catererküche sowie eine Künstlergarderobe.

Vor dem Haus gibt einen großen Busparkplatz, denn nur die Kutsche mit den weißen Pferden darf auch elegant über die steinerne Brücke der einstigen Wasserburg in den Innenhof schweben.

Schloss Rohrau, ein ideales Hochzeitsschloss für Brautpaare, die ein stilvolles Ambiente suchen.

Schloss Rohrau, ein tolles Ausflugsziel für Busgruppen, die sich in der Nähe Wiens auf eine besondere Zeitreise begeben möchten.

Schloss Rohrau, mit einem Schlossherren, der nett, zugängig, ehrlich, charmant, natürlich, bodenständig ist, aber ständig behauptet es gibt kein Schlossgespenst. Sicher bin ich mir da nicht, denn während unserer packenden Führung durch die Graf Harrach’sche Familiensammlung kam mir doch einiges gespenstisch vor.

Wir bedanken uns für die Zeit bei Herrn Waldburg-Zeil, packen unsere Erlebnisse in den Kofferraum und machen uns auf den Heimweg. Während meine Freundin mit ihrer Freundin telefoniert und über Termine diskutiert, plane ich die Busanreise der Hochzeitsgäste.

 

Interessenten aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an Herrn Johannes Waldburg-Zeil, info@schloss-rohrau.at, www.schloss-rohrau.at, 02164/2253

Bus-parkplatz Stufen barrierefrei Behinderten-WC Hunde Foto-erlaubnis Voucher Fremd-sprachen
ja ja nein, es wird aber geholfen nein, aber in der Schlosstaverne nein nein ja englisch

Bei Interesse an einem gemütlichen Transportmittel, oder zur Planung Ihrer Gruppenreise:

CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu

 

 

Ideen zur Tagesgestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Besuch von lichtkroko, Dienstag, 28.02.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Herrn Johannes Waldburg-Zeil.

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

Sie möchten auch einen blog-Bericht und 365 Tage lang Werbung für Ihren Tourismusbetrieb? Infos bei Renate Stigler, fotografin@lichtkroko.eu