Ein Stück vom Glück - Hofkäserei Deutschmann

„Ziel erreicht“, schreibt mein Navi. Es ist ein stiller Hinweis, denn die Einzige, die im Auto reden darf, vor allem wenn ich alleine fahre, bin ich. Das musste auch der Typ mit der sexy Stimme zur Kenntnis nehmen. Ich bin und bleibe einfach der Boss, oder heißt es heute Bossin?

Ich werde neugierig beäugt und verwerfe in diesem Moment alle Zweifel, die ich am Navi-Ziel hatte. Bei so einer netten und für mein heutiges Blog-Ziel typischen Begrüßung kann ich nur wirklich angekommen sein. Ich stehe am eigentlichen Bauernhof der Familie Deutschmann in der Steiermark. Kaum zu glauben, dass hier prämierte Käsesorten im alten Kellergewölbe heranreifen.

Ehe ich von Herrn Franz Deutschmann herzlich begrüßt werde, interessiert sich jemand anderes für mich. Noch wird von meinem Gegenüber überlegt, `Feind oder Freund`. Kein Wunder, ist die kleine Süße erst ein paar Tage alt. Und sieht sicher auch zum ersten Mal die große Lady aus der Stadt.

Vierzig Kühe haben hier das Sagen und bestimmen den Hof. Und geben auch brav zweimal am Tag Milch. Die Milch für den Käse auf unserem Teller. Immerhin gibt es zehn Sorten zur Auswahl, alles Bio natürlich. Ich horche auf, als mir Herr Deutschmann von veredelten Käsesorten erzählt. Wie jetzt Rotwein, Edelbrand, Met und Wildbacher Auslese sich mit dem Käse verheiraten, im Fachjargon affiniert werden, könnt ihr bei einer Führung am Hof miterleben.

Tja, ich weiß das Geheimnis, aber ich bin doch keine Plaudertasche.

Schön ist es hier, wo österreichische Bionierleistung im Käsehandwerk täglich den Alltag beherrscht. Idyllisch gelegen und wie schon erwähnt, mitten auf einem Bauernhof, wo gelebt und gearbeitet wird. Die Liebe zu den Tieren steht an oberster Stelle und diese Liebe spiegelt sich auch im Geschmack der Käsesorten mit dem typischen Deutschmann-Aroma wider.

Neben dem kleinen Ab-Hof-Verkaufsladen findet ihr die Produkte auch auf diversen Veranstaltungen, wie z.b. auf dem alljährlichen Steiermark-Frühling am Wiener Rathausplatz, auf der Ab-Hof-Messe in Wieselburg, bei verschiedenen Veranstaltungen in der Umgebung, in diversen Gastronomiebetrieben vor allem in Westösterreich, insbesondere in den Nobelskiorten, beim Meinl am Graben, in verschiedensten regionalen Verkaufsstellen, aber auch bei Interspar.

Und meinen Fasslkäse habe ich sogar im Regal im Merkur Markt schon gefunden.

Ihr betreibt einen Feinkostladen, eine Verkaufstheke an eurem touristischen Standort oder wollt für Eure Hotel- oder Restaurantgäste beste Qualität. Dann fragt doch bitte Herrn Deutschmann – denn er weiß ein tolles System, da kommt dann der Käse auch frisch gekühlt zu Euch.

Du bist alleine die Käsemaus in der Familie? Na, dann schau doch hier vorbei und bestelle Deine Lieblingssorten: https://www.austriandl.com/lieferant/deutschmann/

Frischer geht es kaum. Wird die Milch doch sofort an Ort und Stelle weiterverarbeitet und nicht erst stundenlang Teilnehmer einer ungewollten Rundfahrt durch die steirische Landschaft.

Von Hand wird hier abgefüllt und die kleinen Käselaibe für die Reifung vorbereitet.

Weshalb mit einer Käseharfe keine Lieder gespielt werden können und wie kalt es im Reifekeller des 200 Jahre alten und denkmalgeschützten Hauses ist, erfährt ihr bei einer persönlichen Führung.

Da liegen sie alle vor mir hier im Reifekeller, frisch, nackt und in unschuldigem Weiß. „Beiß rein“, raunzt mein Teufelchen auf der linken Schulter. „Brauchst aber noch ein Stück Brot und einen Schluck Wein“, mahnt mich Teufelchen rechts.

Da geht das Käse-Herz jedes Käseliebhabers auf. Eine Einführung in diese eigene Welt ist auch ein nettes Geschenk für liebe Menschen. Besonders auf kleine Grüppchen kann hier speziell eingegangen werden. Wäre doch etwas für die Mutter zum Muttertag, Vati zum Vatertag oder einfach dem Liebsten zum Valentinstag. Natürlich auch der Liebsten. Oder dem Käsemäuschen zum Geburtstag?

Die Hygienevorschriften, die hier strengstens eingehalten werden, erbitten von mir einen gewissen Abstand. Auch jegliches Sabbern ist untersagt.

Mein Blick fängt die kleinen flauschigen Polster im hintersten Winkel ein. Dort wo es etwas düsterer ist, versuchen sie sich zu verstecken. Während Herr Deutschmann die kleinen Hauptdarsteller ins Rampenlicht holt, merke ich wie mein Magen knurrt. Hmm, ein leckeres Stück Käse, ein saftiges Brot und ein Glaserl Wein. Meine Hände sind versucht zuzugreifen. Beide Teufelchen haben gewonnen und feiern bereits ohne mich Käse-Party.

Der Chef drückt mit frisch desinfiziertem Finger in so ein Polsterl. Es staubt.

„Das ist der Edelschimmel. Beim Verpacken muss sogar Mundschutz getragen werden. Aber durch das Einsperren in das Papier, drückt sich der Schimmel zusammen und wir denken, der Camembert hat eine weiße Haut!“

Meine Augen sind, wie in der Rubbellos-Werbung weit aufgerissen. Echt jetzt? Das ist wirklich keine Haut? Eigentlich könnte man Camembert komplett essen? Ich fasse es nicht, irgendwie habe ich in meinem Leben zu viel Gutes weggeschnitten.

Im nächsten Raum wartet der Fasslkäse auf seinen Weg in unsere Gaumen. Lustig, heißt Fasslkäse, hat aber mit Fassl offensichtlich nichts zu tun. Das Geheimnis müsst ihr selbst herausfinden, denn wir haben den Reifekeller schon wieder verlassen und Herr Deutschmann präsentiert vor dem wunderschönen hölzernen Eingangstor stolz eine kleine Auswahl seiner Produkte.

Habt ihr gesehen? Der Käse im Leinenpackerl? Das ist der vollendete Fasslkäse. Er ist ein Schnittkäse in der sonst vom Weichkäse dominierten Familie. Und ich kann euch verraten, ich habe verkostet und mhmmmmm…

Eine spannende Welt präsentiert sich hier im Frauental dem Spurensucher, der sich auf die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte der Lebensmittel macht. Nicht umsonst beherbergt der Betrieb immer wieder Auszubildende und Kulinarikinteressierte.

Die tiefgehenden Geheimnisse in die Käsewelt erklärt euch mit viel Liebe und der Freude an seiner Arbeit, Herr Deutschmann. Ich erkläre euch, dass eine Kuh nur max. 10 Minuten am Tag schläft. Sonst wird immer wieder einmal kurz meditiert. Gewusst? Nein? Macht nichts, ich auch nicht. Tja, bei uns Menschen heißt es dann Powernapping.

Dafür wird fast den ganzen Tag gefressen und wiedergekaut. Auch die Kühe fressen Bio, denn die Landwirtschaft, die Herr Deutschmann betreibt, ist bereits seit Jahren eine anerkannte Biolandwirtschaft.

Kuh muss man sein – hier hat man immer die Wahl, Spaziergang im Freien oder Aufenthalt unter Dach. Eine Runde Meditation oder eine herzliche Begrüßung für Fremde.

Da darf auch ein Abschiedsbussi nicht fehlen. Ich freue mich über meine Reaktionsfähigkeit, als dann der Kuh-Schlecker herausschnellt und tatsächlich zur innigen Verabschiedung ausholt. Der hätte mir doch glatt meine beiden Teufelchen von den Schultern gewischt.

Ich kaufe noch eine Mischung aus dem Sortenreichtum, verabschiede mich von Herrn Deutschmann und steige ins Auto. Mein Navi bekommt den Befehl „Nachhause“ und ich bin froh, dass die sexy Stimme von mir ihrer Stimmbänder enthoben wurde.

Denn bei der Rückkehr nach der kurzen Pause am ASFINAG-Parkplatz empfing mich dann der Duft der Käsemaus. Ich weiß nicht, welche Gedanken mein Navi-Typ da gehabt hätte und welche Bemerkungen ich mir bis Wien anhören hätte dürfen.

Aber eines ist sicher, dieser Käse zergeht auf der Zunge. Die Geschmacksnerven feiern Party und genießen ein Stück vom Glück. Der Käse schmeckt nach Land und Kühe, nach Frische und Bio, nach Handwerk und Liebe.

Und ist heute schon fast aller gegessen….

 

 

 

Interessenten für Führungen, aber auch für Produktvertrieb aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an Bio-Hofkäserei Deutschmann, Herrn Deutschmann, Oberberglastraße 10, 8523  Frauental, info@hofkaeserei-deutschmann.at, www.hofkaeserei-deutschmann.at

Busparkplatz Einkaufsmöglichkeit Stufen barrierefrei Behinderten-WC Hunde Voucher
ja eigene Produkte teilweise teilweise nein an der Leine ja

 

Ideen zur Reisegestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Zur Planung Ihrer Gruppenreise steht Ihnen auch gerne CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh zur Verfügung, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu

 

Besuch von lichtkroko, Donnerstag, 23.03.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Herrn Franz Deutschmann.

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

 

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