Der ausradierte Komponist Ignaz Pleyel - Pleyelmuseum in Ruppersthal

„Und Sie lieben klassische Musik?“

Tja, ich überlege kurz, Wahrheit oder Lüge? Ich entscheide mich für Wahrheit und lächle Herrn Professor Ehrentraud freundlich an, „nein, tut mir leid, aber das ist nicht wirklich meine Musik!“

Eigentlich habe ich gar keine Ahnung von klassischer Musik, meine Stilrichtung ist von deutscher Countrymusik geprägt, aber ich habe keine Zeit mehr meinen Gedanken nachzuhängen.

Dennoch bin ich herzlichst willkommen und während mein Gegenüber mich auf eine besondere Zeitreise entführt, durchstreifen meine Augen die Weinviertler Landschaft.

Ich versuche mich zu konzentrieren, während ich die ersten wichtigen Worte aufschnappe.
„Wir bieten auch Pauschalpackage mit Museumsführung, Konzert und Kulinarik! Für den kleinen Hunger gibt es den ganzen Tag Snacks und vor allem unsere guten, frisch gebackenen Mehlspeisen!“

Wie im richtigen Moment klingelt im Hintergrund der kleine Backofen und zeigt an, dass der frische Krapfen für Herrn Professor fertig ist.

Es ist so berauschend schön hier im Pleyel Kulturzentrum. Nicht nur der atemberaubende Ausblick, sondern auch die netten Menschen auf die ich hier treffe lassen sehr tiefe, beeindruckende Spuren bei mir zurück.

Neben der Ortskirche von Ruppersthal, die sich in das Blickfeld schiebt, steht das Geburtshaus von Ignaz Pleyl. Ja, es stimmt so, denn das „e“ nahm Ignaz erst mit 19 Jahren und  2 Monaten an und wurde damit zum einzigen Pleyel der Familie.

Meine Augen lassen die Aussicht auch nicht los, als die Tür geöffnet ist und Minusgrade den Raum durchfluten. Doch der Blick auf die schneebedeckte Wiese muss sein.

Mir wird richtig warm ums Herz, und auch unter den Füßen, während Herr Professor Ehrentraud mit einer Euphorie, deren gleichen man lange sucht, vom 08. September 2017 berichtet. Im Geiste sehe ich bereits die große Aufführung, die auf dieser Wiese dargeboten wird. Das Leben Ignaz Pleyels. Es wird das größte Monumentalwerk als szenische Welturaufführung mit Musik und Schauspiel. Immer begeisterter führt er seine Ideen aus. Ich fühle mich schon fast als Zuschauer.
„Hier befinden sich dann einhundert Sessel in Reih und Glied, mit Blick auf die Bühne, die vor der Kirche stehen wird!“

Tatsächlich würde ich mir am liebsten gleich meinen Lieblingsplatz aussuchen. Irgendwie habe ich das dumpfe Gefühl etwas zu verpassen, wenn ich mir diesen Abend hier nicht live gebe. Wir könnten ja einen Bus organisieren. Für den Fall, dass Leser jetzt auch meinen, diesen Abend nicht verpassen zu dürfen!

„Als Höhepunkt taucht die Kirche in rotes Licht und scheint zu tanzen!“, höre ich hinter mir.

Langsam eise ich mich von der Szenarie los und folge meinem Begleiter die paar Meter zum Geburtshaus, „einhundertzwanzig Schritte und wir sind da“. Ich habe das Gefühl, hier wird nicht nur Geschichte präsentiert, sondern gelebt. Mit Herz und glasklarem Verstand, aber wichtiger - mit viel, viel Liebe.

Für Busgruppen der Hinweis, beide Örtlichkeiten sind auch mit dem Bus zu erreichen.

„Meine Vorfahren sind mit Herrn Pleyel auf der gleichen Schulbank gesessen und als gebürtiger Ruppersthaler bin ich fast schon verpflichtet, dem größten Komponisten aller Zeiten, ein ewiges Andenken zu schaffen!“

Wir sind angekommen und die Kirche wirkt noch anziehender als von der Schneewiese aus.

Wir betreten das ehrwürdige Haus. Kaum zu glauben, dass hier einst der hochtalentierteste Komponist der zweiten Hälfte des 18. und des angehenden 19. Jahrhunderts als einfacher Sohn des Dorfschulmeisters Martin Pleyl am 18.06.1757 das Licht der Welt erblickte.

Das kleine, aber feine Museum wird für Gruppen jederzeit gerne geöffnet. Einzelgäste, auch Gäste mit Niederösterreichcard sind hier zu speziellen Zeiten, welche auf der Homepage stehen, herzlich willkommen.

Herr Professor Ehrentraud ist in seinem Element. Er zieht mich in einen besonderen Bann, dem ich nicht mehr entkommen kann. Immer mehr vertiefe ich mich in das Leben eines Komponisten, den ich bis dato noch nicht mal gehört hatte.

Unzählige Werke hat Ignaz Pleyel geschaffen, die hier nicht in Vergessenheit geraten. Unzählige Veranstaltungen im Jahr werden angeboten. Und mittlerweile sind fünfzig CD’s käuflich zu erwerben.

Besonders stolz ist Herr Professor Ehrentraud, dass bereits Gäste aus aller Welt in das kleine Örtchen Ruppersthal gekommen sind.

Und ich bin ja jetzt auch da. Und schon bald eine Menge an neuen Besuchern. Wer nicht hier war, so eine gute Stunde von Wien entfernt, der versäumt auf der einen Seite eine besondere Landschaft, auf der anderen Seite aber auch ein besonderes Stück österreichische Geschichte, die hier begann und in Paris endete.

Schauen Sie doch mal genau, vielleicht finden Sie noch eines, der letzten, wertvollen Stücke aus der einstigen Klaviermanufaktur Pleyel. Viele Chancen werden sich nicht ergeben. Höchstens Sie statten dem Museum einen Besuch ab. Ich habe es schon gesehen! Ein wahrer Traum! Ich war so fasziniert, dass ich ganz vergessen habe, das schöne Stück komplett zu fotografieren. Also dann ab zum Museum. Schaut euch den Rest des Prachtexemplars an, das Herr Professor Ehrentraud einst aus Paris wieder nach Ruppersthal gebracht hat.

Die Führung ist kurzweilig, spannend und unglaublich begeistert präsentiert. Auch mich, bis dato kaum Kenner der klassischen Musik, entführt Herr Professor Ehrentraud in diese besondere Welt. Ich habe das Gefühl, als wäre Ignaz Pleyel, der einst aus der Geschichte Österreichs aufgrund politischer Gründe ausradiert wurde, für einen Augenblick zurückgekehrt.

 

Zum Glück kommt er aber heute, fast zwanzig Jahre danach. Nächstes Jahr werden es zwanzig Jahre, als der Grundstein für die Erinnerungsstätte gelegt wurde. Denn dieser „Schandfleck“, das einstige Geburtshaus dieses, einst meist gespielten Komponisten Europas, sollte abgerissen werden.

Kaum auszumachen, welche Gedanken Ignaz Pleyel damals gehabt hätte! Schön, wie sich die Ignaz Joseph Pleyel Gesellschaft nicht nur um dieses Anwesen, sondern um die komplette Aufrechterhaltung der Erinnerung bemüht.

Auch Frauen spielen eine große Rolle…

… da werden schöne Prinzen verleitet vom Pferd zu springen…

… um sich mal rasch einen Kuss von der Feengestalt zu erbeten…

Aber das ist eine andere Geschichte, die sich hier  in einer der beiden Opern von Pleyel widerspiegelt. Ob sich die beiden bekommen könnt ihr in der Oper „die Fee Urgele“ als Marionetten-Uraufführung am 24. und 25. November 2017 im Pleyel Kulturzentrum erleben. Aber rasch Karten sichern, sonst bleibt das Geheimnis für immer verborgen.

 

Das, nun fast ein Jahr alte Pleyel Kulturzentrum schmiegt sich perfekt in die leicht hügelige Landschaft. Mit dem Reisebus geht es bis vor die Tür, das Zentrum ist ebenerdig, bietet auch ein Behinderten-WC und den Ausblick habt ihr ja schon zu Beginn genossen.

Apropos genießen. Ich werde nun der herzlichen Einladung folgen und für euch eine der frisch gebackenen Mehlspeisen kosten. Darf ich vorstellen: Mohn-Marillen-Schnitte.

Bis zum letzten Brösel ein Traum. Genauso ein Traum sind die angebotenen Konzerte in diesem wunderschönen Raum.

Natürlich auf einem original Pleyel-Klavier.

Ich könnte noch lange zuhören, würde nicht der Alltag rufen und uns nach knapp drei Stunden erinnern, dass wir eigentlich nur ein kurzes Gespräch führen wollten.

Danke, lieber Herr Professor Ehrentraud und Hut ab. Wer mich für klassische Musik begeistern kann, der ist ein wahrhaft besonderer Mensch. Und diesen Menschen könnt ihr alle bei einer persönlichen Führung im Museum, oder bei einer Veranstaltung kennen lernen!

Ich steige in mein Auto und das erste Mal in meinem Leben wird mich klassische Musik von der CD, die ich gerade erhalten habe, bis Wien begleiten!

Neu ab Frühjahr 2017: Kommen Sie zum Frühstück! Angebot ab EUR 2,90. Infos auf der Homepage oder direkt bei Herrn Prof. Ehrentraud. Ideal für Busgruppen, die auf der Durchreise eine rasche Pause wünschen.

Gruppen aus dem In- und Ausland wenden sich direkt an Herrn Professor Ehrentraud, adolf.ehrentraud.pleyel@aon.at, 02955/70645, 0664/495 37 27

oder an CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, office@bustiger.eu, www.bustiger.eu.

Bus-parkplatz Stufen Einkaufs-möglichkeit barrierefrei Gastronomie Behinderten-WC Voucher
ja nein regionale Produkte, CD's ja ja ja ja

Eine interessante Kombi bietet z.b. in den Sommermonaten ein Besuch im Pleyel-Museum, auf Wunsch mit kulinarischem Höhepunkt und danach der Besuch der Festspiele in Langenlois (geplanter Sommer-blog-Partner!). Infos bei CÄSAR.

Einzelreisende finden weitere Infos auf der Homepage www.pleyel.at. Ebenso finden Sie hier die aktuellen Veranstaltungen!

Für eine bequeme An- und Abreise bietet für Einzelgäste unser Partner Elite Tours verschiedene Angebote zu Veranstaltungen der Ignaz Pleyel Gesellschaft. Wäre nett, wenn Sie bei der Bestellung anmerken, dass Sie über den ersten busblog österreichs davon erfahren haben.

 

 

Entdecken Sie auch eine der 50 Pleyel-CD’s. Erhältlich vor Ort oder auf www.pleyel.at

Ideen zur Tagesgestaltung findet ihr bei unserer individuellen Gruppenreise

 

Besuch von lichtkroko, Freitag, 20.01.2017. Mit freundlicher Fotogenehmigung von Prof. Ehrentraud, für die Ignaz J. Pleyel-Gesellschaft, 3701 Ruppersthal 137. Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

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