Auf Zeitreise in der Adventmarktstadt Zagreb

Ich strecke mich in alle Himmelsrichtungen. Der Bus hält vor dem Hotel am Beginn der Innenstadt von Zagreb. Nach einer entspannten Fahrt im Bus vom Kollegen sind wir gut angekommen.

Damals im März, als die Idee für die Adventreise nach Zagreb geboren wurde, hatten wir viele interessierte Gäste. Je näher der Herbst rückte, desto mehr wurden die geplanten Passagiere von den vorweihnachtlichen familiären Pflichten überrollt und eine Handvoll Reiselustiger blieb übrig.

Nachdem ich schon immer gesagt habe, ich habe keine Konkurrenten, sondern nur Mitbewerber fanden wir Zuflucht in einem Partnerbus. Und jetzt stehen wir tatsächlich in Zagreb. Juhu. Am schönsten Weihnachtsmarkt Europas, wie die Werbung verkündet. Und vor der Tür eines 4-Sterne-Hotels.

Unser Grüppchen spaltet sich, die einen werden das Angebot der Stadtführung in Anspruch nehmen, die anderen ein Mittagsschläfchen im Hotel halten und wir? Ja, was machen wir?

Stadtplan schnappen, auf die Straßenbahnlinie 6, die direkt vor dem Hotel hält und auf den Hauptplatz fährt, warten. Also dann mal rein ins Adventmarkt-Vergnügen. Interessanterweise sind hier an Advent-Wochenenden die Straßenbahnen gratis. Eine nette Nebenerscheinung.

Weit kommen wir nicht, mit der bis zum Bersten vollgestopften, Tramlinie, denn schon bei der nächsten Station erhaschen unsere Blicke den ersten Adventmarkt.
Direkt vor dem Kunstpavillon gibt es einen großen Eislaufplatz, Glühwein und kroatische Weihnachtsspezialitäten. Das Abenteuer kann beginnen.

Der schönste Adventmarkt Europas soll in Zagreb sein. Damit wird überall geworben und damit wurden wir auch neugierig auf diese Stadt. Eine Stadt, die den Besucher, auch schon ohne Adventmarkt, in einen besonderen Bann zieht. Eine Stadt, die Geschichte und Neuzeit vereint wie keine andere, die ich bis jetzt gesehen habe, es zu schaffen vermag.

 

Wir ziehen weiter, gleich hinter dem Kunstpavillon eröffnet sich der nächste Adventmarkt. Ein eigenartiges Gefühl beschleicht mich, soll ich wirklich einen Glühwein bei acht Grad plus und Sonnenschein probieren?

Wenige Schritte weiter haben wir den Hauptplatz erreicht und von nun an geht es bergauf. Unser Ziel ist die Oberstadt. Ja, tatsächlich hier gibt es einige Hügel mitten in der Stadt zu bewältigen. Und der älteste Teil der Stadt liegt nunmal „oben“.

Schon beim letzten Besuch waren wir von einer Gasse besonders fasziniert, denn hier reiht sich ein Lokal an das nächste. Dazwischen tummeln sich einige Brauereien und Imbissbuden. Und hier kann man gut und günstig essen. Mit ach und krach erwischen wir einen freien Tisch – endlich Mittagspause, denn der Magen knurrt schon lange.

Die Teller sind leer, die Gläser ebenfalls. Nett war es hier, gut und erholsam. Trotz der unheimlich großen Menschenmassen, die diese Stadt bevölkern, hat man das Gefühl alleine zu sein. Ein eigenartiges Gefühl, das ich noch selten in einer Stadt erleben durfte.

Es wirkt alles so ruhig, so einfach ohne Hektik. Und wie schon beim letzten Besuch beobachten wir auch diesmal ein sonderbares Phänomen. Trauben an Jugendlichen sitzen in den Lokalen oder ziehen durch die Gassen oder stehen an den Punschständen. Und hurra, die Personen sprechen miteinander und noch mehr hurra, die haben kaum Handies in der Hand. Auch diese, sonst überall gegenwärtige Leidenschaft zu Selfies dürfte noch verborgen sein.

Dieser Trend dürfte auch auf die unzähligen Touristen übergreifen, denn es wirkt tatsächlich befremdlich, wenn man nicht andauernd von sich selbst fotografierenden Personen niedergerrannt wird.

Inzwischen hat sich die Sonne schlafen gelegt und wir ziehen weiter. Über etliche Stufen führt unser Weg weiter in das Herz der Stadt mit seinen verschlungenen, geschichtsträchtigen Straßen. Auch hier vereint sich gekonnt Damals und Heute…

Und meine Faszination gehört abermals den original Gaslaternen. Wie schon letztens stehe ich wie ein kleines Kind unter den Straßenlaternen und lausche dem Geräusch der Flamme.

Das Kopfsteinpflaster schluckt die Geräusche der fahrenden Autos und mit viel Phantasie werden diese sogar in das Traben der Kutschenpferde umgewandelt.

Wir lustwandeln durch die Straßen, halten kurz an der St. Markus-Kirche. Doch diesmal gilt unser Interesse eher dem Platz vor der Kirche.

Weiter geht es Richtung Funiculare, einer der kürzesten und steilsten Standseilbahnen der Welt. Ja, richtig, hier muss man nicht unbedingt die Stufen erklimmen, sondern kann auch gemütlich, in atemberaubenden 55 Sekunden, von der Innenstadt herauf gefahren werden. Immerhin überwindet der Fahrgast dabei eine Höhendifferenz von 30,5 Metern.

Ehe wir aber den Abstieg zu Fuß über die Stufen wieder wählen, machen wir halt an einem romantischen Aussichtplatz, der einen herrlichen Blick auf die, im 11. Jahrhundert gegründete Kathedrale Maria Himmelfahrt, frei gibt.

Hier bei den Punschständen treffen wir auch einen Teil unserer Gruppe und verkosten den ersten Glühwein. Oder waren es die Glühweine? Aber das ist eine andere Geschichte und die Kamera hat Feierabend.

Jedenfalls bin ich dennoch am Sonntag kurz vor dem Weckerläuten munter und nach einer ausgiebigen Zeit im Badezimmer schiebt sich auch schon die Sonne hinter den Bürotürmen der Stadt hervor.

Hallo Sonne, ich bin auch schon wach, rufe ich ihr zu. Übrigens geht sie gerade über dem Busbahnhof auf, wo auch die Fernlinienbusse aus Wien halten. Also wenn ihr mal Lust und Laune habt nach Zagreb zu fahren, fragt uns, wir buchen gerne Bus, Hotel und ein wenig mehr für Euch!

Kommen wir zurück ins Hotel und zum Frühstück. Rasch Schlüssel abgeben, Gepäck verstauen und wieder mal auf die Linie 6 warten. Wir trennen uns wieder nach Interessen. Jene, die gestern aus diversen Gründen nicht einmal gesehen haben, dass Zagreb aus einer Ober- und einer Unterstadt besteht, werden diese heute noch erkunden.

Andere beschließen eine Runde am Eis zu drehen und verlassen uns an der nächsten Straßenbahnhaltestelle. Und ein kleines Grüppchen schließt sich uns an.

Wir fahren mit der Tramlinie einige Stationen weiter und erkunden ein besonderes Fleckchen Zagreb mit einem Flair, das sich in unsere Köpfe einprägen wird.

Wer in Wien lebt, kennt den Flohmarkt am Naschmarkt und den Antiquitätenmarkt am Hof. Wer in Zagreb sich auf eine besondere Spurensuche macht, landet am sogenannten Britisch Square. Ein besonderer Sonntagsmarkt erwartet den Besucher. Eine ordentliche Mischung an Vergangenheit, mit einem kleinen Quäntchen neumodischen Kitsch. Auch einige Gegenstände aus längst verdrängten Tagen lassen sich hier finden. Neben Händlern stehen auch Privatpersonen, die ihr Hab und Gut anbieten.

Nicht nur das Lustwandeln durch die Stände ist ein Erlebnis, nein, sondern "sich das einfach Zeit nehmen". Ein besonderes Gefühl für uns gehetzten Wiener. Einfach Platz nehmen auf einer der gemütlichen Holzbänke, bei dem freundlichen Kellner, der seine wenigen Deutschkenntnisse hervorholt, einen Espresso bestellen und dann die Leute beobachten. Hier tummeln sich alle Altersklassen, alle Einkommensschichten und darunter hin und wieder ein paar Touristen. Es wird geschaut, gustiert, diskutiert und hin und wieder ein wenig gekauft. Wobei Kaufen hier wohl zweitrangig ist, eher das Treffen von Freunden, Kollegen und Gleichgesinnten steht hier an der Tagesordnung.

Wir ziehen weiter und heben ab. Es geht in den 16. Stock des 360 ° Panoramas. Ein traumhafter Tag und noch traumhaftere Ausblicke aus schwindelerregender Höhe.

 

Winzig wirkt von hier der Adventmarkt.

Doch es ist nur ein kleiner Ausschnitt. Ein Bruchteil der Stände, die sich durch fast die gesamte Innenstadt ziehen. Es ist hier nicht ein Weihnachtsmarkt, nein, es ist eine Weihnachtsmarktstadt.

Der Blick auf die Uhr mahnt uns Ade zu sagen, wieder auf die Erde anzudocken und zurück zum Hotel, respektive zum Rest der Gruppe und dem Bus aufzubrechen. Auch Samir, unser Firmenmaskottchen muss sich nun für sein Wunschgeschenk entscheiden. Nein, die Rodel nehmen wir nicht mit…

Ein letzter Glühwein, eine letzte Adventköstlichkeit, ein letztes Souvenir begleiten uns auf dem Rückweg. Bald werden wir wieder die Heimreise antreten. Und daher noch rasch ein letzter freundschaftlicher Knuddler von neu gewonnen Freunden.

Wir sind wieder alle vereint und überglücklich. Sachte schaukelt uns der Bus in unsere (Glühwein-)-Träume. Ruhig und bedacht fährt unser Fahrer und erst die Worte: „Willkommen in Wien“, lassen uns wieder in der Realität munter werden.

 

CÄSAR/bustiger arbeitet gerne für Euch an Gruppenprogrammen. Zagreb ist zu jeder Jahreszeit eine interessante Stadt. Natürlich bietet auch die Umgebung reizvolle Programmpunkte.

Egal ob mit dem Fernlinienbus, der Bahn, dem Flugzeit oder mit einem unserer Reisebusse. Egal ob Sheraton oder Jugendherberge. Wir haben die Ideen und Infos. Wir beraten Euch jederzeit gerne. Begebt  Euch in einer Stadt, die in weniger als sechs Stunden von Wien aus erreichbar ist, auf eine besondere Zeitreise.

Besuch von lichtkroko, 03.-04.12.2016

Text: Renate Stigler, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu

Infos für Gruppenbesuche: CÄSAR Bus- und Personenbeförderungs Gmbh, www.bustiger.eu